„Das hat es so noch nicht gegeben“ - Als Wiesbaden 2014 im Regen versank

Durch seine topographische Lage bleibt Wiesbaden von Überschwemmungen eher verschont. Doch im Juli 2014 sorgte Starkregen für Millionenschäden in der Stadt. Teil 3 unserer Reihe „Katastrophen, die sich in Wiesbaden ereignet haben.“

„Das hat es so noch nicht gegeben“ - Als Wiesbaden 2014 im Regen versank

Es begann zunächst wie ein gewöhnliches Sommergewitter mit Donnern und Blitzen. Doch was dann am Nachmittag des 11. Juli 2014 passierte, hatte Wiesbaden selten zuvor in diesem Ausmaß erlebt. Innerhalb kurzer Zeit ergoss sich in der ganzen Stadt ein immenser Starkregen, der vielerorts für Überschwemmungen sorgte.

Zuerst bekamen die Bürger im Nordosten der Stadt das Unwetter zu spüren. Der Rambach und der Salzbach konnten den Wassermassen nicht mehr standhalten und traten über die Ufer. Viele Häuser in Auringen und Sonnenberg standen unter Wasser. Zudem sorgten zentimeterdicke Hagelkörner für eine dicke Eisschicht.

Zwar waren die Anwohner rund um die Bäche schon einige Hochwasser gewohnt, so etwas hatten sie aber nur selten erlebt. Eine Sonnenbergerin erinnert sich: „Ich wohne im ersten Stock. Als das Wasser immer stärker anstieg, klingelte eine junge Frau bei mir. Sie bat mich um Zuflucht, weil ihre Wohnung im Erdgeschoss unter Wasser stand.“ Dort war nach dem Unwetter nicht mehr viel zu retten, sie musste komplett saniert werden.

Wasser im Kurhaus

In der Innenstadt Wiesbadens kennt man solche Überschwemmungen eher nicht. Dort gibt es fast keine oberirdischen Gewässer, alle Bäche laufen durch unterirdische Kanäle unter den Straßen durch. Doch auch diese Kanäle konnten im Sommer 2014 den Wassermassen des Starkregens nicht standhalten. Die Wilhelmstraße, die Straße An den Quellen und der Kurpark standen bis zu 1,5 Meter unter Wasser. Am deutlichsten waren die Folgen der Flut in den Kellerräumen des Kurhauses zu sehen. Die umfangreiche Weinsammlung des Hauses wurde größtenteils zerstört, Stahltüren wurden aus den Angeln gerissen. Die Folge: Ein Schaden in Millionenhöhe.

Ebenfalls großen Schaden richtete das Wasser in der benachbarten Tiefgarage an. Über 70 dort parkende Autos fielen dem Regen zum Opfer. Die Bergung der Fahrzeuge zog sich über mehrere Tage hin, zudem war die Garage durch Schlamm stark verschmutzt.

„Es ist wirklich schrecklich. So etwas hat es in dieser Form in Wiesbaden noch nicht gegeben.“ - Sven Gerich

Die finanziellen Schäden waren zwar hoch, die Flut im Sommer 2014 brachte aber glücklicherweise keine Verletzten mit sich. Sie hinterließ aber viele fassungslose Wiesbadener, die so etwas aus ihrer Stadt nicht kannten. Natürlich reagierte auch der damalige Oberbürgermeister Sven Gerich auf das Unglück: „Es ist wirklich schrecklich. So etwas hat es in dieser Form in Wiesbaden noch nicht gegeben.“ (ts)

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