Dinge, die von Wiesbadenern erfunden wurden

Schon gewusst, dass ein Wiesbadener automatisch schlagende Kirchturmuhren erfunden hat? Diese und weitere Erfindungen aus Wiesbaden zeigen wir euch in unserer Übersicht.

Dinge, die von Wiesbadenern erfunden wurden

In der Vergangenheit haben einige Wiesbadener spannende Ideen und Produkte entwickelt, die zum Teil weltweit bekannt wurden. Wir stellen euch einige von ihnen und die spannenden Geschichten dahinter vor. Hier geht’s zu Teil 1.

Magnetische Plantafeln

Es war März 1956 als Pharmazeut Hermann Holtz einen Weg suchte, die Vorgänge in seinem Unternehmen besser zu planen und zu visualisieren. Im Hinterhof einer Apotheke in Wiesbaden erfand er schließlich die weltweit erste, magnetische Planungstafel, für die er 1958 das Patent bekam. Außer der Tafel brachte er weitere magnetische Produkte wie die „magnetowand“, Haltemagnete und Spiele auf den Markt.

Im selben Jahr, indem er die Tafel erfand, gründete Hermann Holtz auch sein Unternehmen „magnetoplan“. Die gleichnamige Marke gehört heute zu den international erfolgreichsten Marken für visuelle Kommunikationsmittel wie Magnetwände, Whiteboards, Flipcharts und Leinwände. Mittlerweile hat das Unternehmen, das noch immer in Wiesbaden sitzt, 120 Patente und Gebrauchsmuster.

Automatisch schlagende Kirchturmuhr

Carl Theodor Wagner bekam 1879 ein Patent für einen „elektrischen Apparat zur Erzeugung langsamer Schläge an elektrischen Glocken“. Dadurch wurde der Betrieb automatisch schlagender Kirchturmuhren ermöglicht. Seine Wiesbadener Firma lieferte Uhren für Kirchen, Rathäuser, Bahnhöfe, Schulen, Hotels, Fabriken und Krankenhäuser in Großstädte auf der ganzen Welt. Auch das Wiesbadener Rathaus erhielt eine Wagner-Anlage, von deren Zentrale im Keller aus sämtliche öffentliche Uhren in der Stadt gesteuert wurden.

Als in den 1960er-Jahren Quarzuhren aufkamen, wurde es für das Unternehmen schwer. Bei der Renovierung des Wiesbadener Rathauses wurde die Wagner-Anlage 1989 verschrottet. Am Ende produzierte das Unternehmen in der Schiersteiner Straße noch vollelektronische Quarzuhren, unter anderem für Siemens. Im November 1977 musste die Wiesbadener Traditionsfabrik dann aber Konkurs anmelden.

Lackkunstharz

Ludwig Berend gilt als Erfinder der Lackkunstharze. 1910 wurde er Geschäftsführer des damals erst neu gegründeten Unternehmens von Dr. Kurt Albert in Amöneburg. Dort forschte man zu künstlichen Werkstoffen. Berend kam auf die Idee, Kiefernharz chemisch zu veredeln. Daraus entstand ein öl-lösliches Kunstharz, das unter dem Namen „Albertol“ für die Herstellung von Holzlacken verwendet werden konnte. Es war das erste Lackkunstharz auf dem Weltmarkt. Ludwig Berend und Kurt Albert erhielten im November 1910 das Patent für das Verfahren. Mit den Jahren wurde „Albertol“ immer weiter optimiert, so dass es schneller trocknete und besser vor Umwelteinflüssen schützte als ausländische Produkte.

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