Diese ehemaligen Clubs vermissen die Wiesbadener

Wiesbaden ist zwar heute nicht mehr unbedingt für sein florierendes Nachtleben bekannt, es gab aber Zeiten, in denen waren die Straßen nachts voll. Wir haben euch gefragt, welche Clubs ihr vermisst. Heute: Teil 2.

Diese ehemaligen Clubs vermissen die Wiesbadener

„Wo kann man hier eigentlich noch feiern gehen?“ – viele Wiesbadener stellt diese Frage vor eine große Herausforderung. Statt mit vielen Tipps antworten sie oft mit einem verzweifelten Gesichtsausdruck. Vor kurzem ist zwar eine neue Partyreihe in der Stadt gestartet und noch in diesem Monat soll sogar ein neuer Club eröffnen, im Laufe der Jahre haben aber viele andere beliebte Lokale ihr Aus bekanntgegeben. Was von all den geschlossenen Bars und Clubs aus vergangenen Zeiten bleibt, sind Erinnerungen. Wir haben euch gefragt, welche Lokale ihr vermisst und das ist dabei herausgekommen:

Gestüt Renz

Oft genannt: Das Gestüt Renz in der Nerostraße. 2003 eröffnete Betreiber Joerg Lichtenberg das Lokal in der Hausnummer 24 und schloss damit an eine lange Tanzkultur in den Räumen an. Denn zwischen den 50er- und 70er-Jahren war das Haus das Zentrum des Jazz in Wiesbaden. Zuerst war dort das legendäre „Jazz House“, Ende der 70er Jahre wurde es zum „Grammophone“. Mit Ende des „Grammophone“ 1982 zog der Jazz zwar zunächst aus, später zog aber das ebenso beliebte „Wirtshaus“ in die Räume ein, an das heute noch immer der Schriftzug über der Tür erinnert.

Joerg Lichtenberg machte schließlich das „Wirtshaus“ zum „Gestüt Renz“. 13 Jahre lang wurde dort getanzt, getrunken und gefeiert. 2017 war dann jedoch Schluss. Bei Facebook gab Lichtenberg das Aus des Gestüts bekannt. „Wir haben seit Oktober für eine langfristige Lösung gekämpft und mit der Stadt viele Optionen diskutiert“, hieß es damals. „Ein wichtiges Ziel war es dabei, die drei klagenden Anwohner für einen gemeinsamen Weg mit an den Tisch zu bringen. Leider haben sie uns aber für jegliche Gespräche eine Absage erteilt.“ Trotz einer Petition, bei der 4300 Unterschriften gesammelt wurden, musste der Club schließen. Vergessen ist das Gestüt aber nicht: Seit der Schließung gab es zum Beispiel immer wieder Gestüt Renz-Partys im Kulturpalast. Heute sind die historischen Räume mit dem „Walhalla im Exil“ zum Kunst- und Performance-Zentrum geworden.

New Basement

Ein weiteres Lokal wird mindestens ebenso oft genannt wie das „Gestüt Renz“, wenn es um vermisste Clubs in Wiesbaden geht:


Im „New Basement“ wurde rund neun Jahre lang zu Techno getanzt. Einige bekannte Techno-Größen standen dort in den vielen Jahren am Pult und holten Fans der elektronischen Musik jeden Freitag und Samstag in den Keller der Schwalbacher Straße 47. Nachdem die Betreiber Anfang Februar 2018 noch ihr 9-jähriges Jubiläum feierten, hieß es kurze Zeit später plötzlich in einem Facebook-Post: „Manchmal ist es einfach an der Zeit, auf Wiedersehen zusagen! Wir schließen das New Basement nach dem 23.02.2018. Danke für all die Jahre, Danke für jede Partynacht im geliebten Keller, Danke für jede entstandene Freundschaft, sowie jeden getrunken Schnaps zusammen.“

Nach mehreren Closing-Partys war dann am 23. Februar tatsächlich Schluss mit dem New Basement. Einen Nachfolger gab es nicht. Noch heute steht der „New Basement“-Schriftzug über der Tür und erinnert an die vielen Partynächten.

Rough

Noch ein bisschen versteckter als das „New Basement“ war ein anderer Club in Wiesbaden, der auch musikalisch in eine ganz andere Richtung ging: „Das Rough unter dem Karstadt“, sagt Merkurist-Leser Stefan. Und ein anderer Leser fügt hinzu: „Da konnte man mal anständig „Headbangen“. In den 80ern war der Club Anlaufstelle für alle Rock- und Metalfans. Zu finden war er in der Friedrichpassage, die die Friedrichstraße mit der Kirchgasse am Karstadt vorbei verbindet.

Es gab sogar eine gleichnamige Band des Clubbetreibers, die sich allerdings nach Erscheinen des ersten Albums wieder auflöste. Eines der Lieblingsgetränke der Besucher: das „Heavy Maß“ – ein Liter Bier mit Kirschlikör. Den Club gibt es zwar schon lange nicht mehr, der Hardrockclub „Alexander The Great“ in Mainz feierte aber 2015 eine „25 Jahre Rough Club Rememberance-Night“, um an die alten Zeiten zu erinnern. „Wer noch den alten Club in Wiesbaden kannte, wer gleichnamige Band liebte, der weiß was an diesem Abend abgeht“, hieß es damals zu der Veranstaltung. „Ein Gedenken an die gute alte Zeit als das Flaschenbier noch 1,60 DM kostete, der olle Kassettenrecorder unter der Schulbank versteckt lag, in jedem Club jeden Abend eine Band spielte.“

Hier geht es zu Teil 1 der Reihe. Ihr vermisst weitere Lokale? Dann schreibt es in die Kommentare.

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