Außergewöhnliche Häuser in Wiesbaden

In Wiesbaden gibt es vor allem eines: viele schöne, alte Häuser. Einige Gebäude in der Stadt sind aber besonders. Wir stellen euch außergewöhnliche Häuser in Wiesbaden vor.

Außergewöhnliche Häuser in Wiesbaden

Ob besondere Architektur, innovative Ideen beim Bau oder lange Geschichte: In Wiesbaden gibt es viele einzigartige Häuser. In unserer Serie stellen wir euch einige vor, die ihr unbedingt kennen solltet.

Erbprinzenpalais

Heute ist das Erbprinzenpalais an der Wilhelmstraße Sitz der Industrie- und Handelskammer (IHK). Die Geschichte des imposanten Hauses geht allerdings bis in die 1800er Jahre zurück. Es wurde von 1813 bis 1820 von dem berühmten Stadtplaner und Schöpfer des Historischen Fünfecks Christian Zais geplant und ausgeführt.

Das Bauwerk wurde extra für den nassauischen Erbprinzen Wilhelm errichtet. Nachdem im Frühjahr 1816 sowohl Friedrich August Herzog von Nassau als auch Fürst Friedrich Wilhelm verstorben waren, bezog der daraufhin zum Herzog berufene Erbprinz 1817 das Schloss Biebrich. Danach wurde das Gebäude von der Nassauischen Landesbibliothek, dem Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung und als Museum genutzt. Später war es Sitz verschiedener städtischer Ämter und des Hessischen Justizministeriums. 1968 kaufte die IHK das Gebäude schließlich.

Schloss Freudenberg

Das Schloss Freudenberg wurde von 1904 bis 1905 inmitten eines Parks für den schottischen Kunstmaler James Pitcairn-Knowles und Marie Eugénie Victoire Guérinet gebaut. Vorbild war unter anderem das Jagdschloss Platte. Das Paar wohnte nur drei Jahre lang in dem Schloss. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es zum Offizierskasino der französischen Armee und dann zum Sommersitz des Wiesbadener Palasthotels. Später zog dort das „Kinderheim Taunusblick“ ein, 1933 wurde es von der Gauamtsleitung der NS-Frauenschaft Essen als Mütterheim genutzt und gehörte zum Lebensborn e.V. Dessen Ziel war es, mehr Geburten „arischer“ Kinder herbeizuführen. Dafür hielt man unverheiratete Frauen und Mädchen von einem Schwangerschaftsabbruch ab, bot anonyme Entbindungen an und vermittelte die Kinder an SS-Familien. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss wieder zum Offizierskino und später von der United Pentecostal Church genutzt. Anschließend stand es leer und verfiel immer mehr.

1993 übernahm schließlich die „Gesellschaft Natur & Kunst gemeinnütziger e.V.“ das Schloss und den Park und erweckte die Anlage wieder zum Leben. Heute soll es ein „Ort zur Entfaltung der Sinne“ sein, mit Dauerausstellungen, Theatervorstellungen, einem Café und vielen weiteren Attraktionen.

Villa Söhnlein-Pabst

Ebenfalls außergewöhnlich ist die Villa Söhnlein-Pabst in der Paulinenstraße - und zwar vor allem wegen ihres Aussehens. Die ab 1903 errichtete Villa entstand in Anlehnung an das Weiße Haus in Washington. 2,4 Millionen Goldmark soll das Einfamilienhaus für vier Personen und elf Bedienstete gekostet haben. Bauherr war das Unternehmer-Paar Friedrich Wilhelm und Emma Söhnlein.

1940 wurde das Gebäude an die Polizeiverwaltung vermietet, vier Jahre später kaufte es die NS-Volkswohlfahrt und nutzte es als Unterkunft deutscher Militärdienststellen. Später gehörte es der US-Regierung, bis es 1996 an das Land Hessen zurückgegeben wurde. Heute steht die Villa unter Denkmalschutz. Der Bauunternehmer und Bauträger Willi Müller kaufte die Villa Ende 2005 und ließ sie sanieren. Die Familie nutzt das Haus noch immer privat.

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