3 berühmte Gebäude in Wiesbaden, die nicht mehr existieren

Viele Gebäude sind aus Wiesbaden verschwunden. Sie existieren nicht mehr, weil sie zerstört oder aus Stadtplanungsgründen abgerissen wurden. Wir stellen sie euch vor – und zeigen euch im zweiten Teil drei weitere Gebäude.

3 berühmte Gebäude in Wiesbaden, die nicht mehr existieren

Altes Kurhaus, Germania Brauerei und Neroberghotel: Wir stellen euch berühmte Wiesbadener Bauwerke vor, die heute nicht mehr existieren. Hier geht es zu Teil 1.

Altes Kurhaus

Das Kurhaus, das die Wiesbadener heute kennen, hatte einen Vorgänger. An gleicher Stelle wurde 1810 das erste Kurhaus eröffnet. Der Hintergrund: Das Glücksspiel war schon Anfang der 1800er Jahre ein großes Thema in Wiesbaden. Dafür sollte ein Kurhaus her. Der Architekt Christian Zais wurde schließlich damit beauftragt, das neue „Gesellschaftshaus“ zu planen. Er entwarf einen klassizistischen Bau mit einem mittigen Säulenportikus und seitlichen Säulengängen:

Nach der Eröffnung folgten einige Jahre, in denen sich das Kurhaus und seine Umgebung weiterentwickelten. Die heutige Wilhelmstraße wurde gebaut, um das Haus gut zugänglich zu machen. Hinter dem Kurhaus wurde ein Garten mit Weiher angelegt und als jährlich immer mehr Kurgäste kamen, wurde die Kurhauskolonnade gebaut. Auch das Haus selbst wurde immer wieder erweitert. Berühmte Gäste waren Johann Wolfgang von Goethe und der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski, der beim Roulettespielen zu seinem Roman „Der Spieler“ inspiriert worden sein soll.

Das Kurhaus wurde schließlich so beliebt, dass der Platz nicht mehr ausreichte. Weil man außerdem bauliche Mängel an dem Gebäude festgestellt hatte, entschied sich die Stadt, ein neues Kurhaus bauen zu lassen und das alte abzureißen. 1907 wurde das neue Kurhaus in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Nachdem es gegen Ende des Zweiten Weltkriegs einem Fliegerangriff zum Opfer fiel, wurde es ab 1983 restauriert und zu dem Kurhaus, wie wir es heute kennen.

Germania Brauerei

Wo sich an der Mainzer Straße heute Fast Food- und Supermarktketten aneinanderreihen, stand vor Jahrzehnten die Germania Brauerei Wiesbaden. Bis 1973 wurden hier unter anderem Pils und Export gebraut. Die Geschichte reicht sogar bis ins 19. Jahrhundert zurück: Gegründet wurde die Brauerei 1888 unter dem Namen „Brauereigesellschaft Wiesbaden“, elf Jahre später folgte die Umbenennung in „Germania“. 1913 begann die Brauerei, Bier nicht nur in Fässern, sondern auch in Flaschen zu verkaufen.

Der Niedergang kam in den 1960er/70er-Jahren. Die Henninger Brauerei kaufte die Aktienmehrheit der Germania auf, 1973 wurde die Wiesbadener Brauerei schließlich dichtgemacht. In den 1980er-Jahren riss man auch das Gebäude ab.

Neroberghotel

Es klingt wie der perfekte Urlaubsort: Ein Hotel mitten auf dem Neroberg, umgeben von Wiesen und mit der besten Aussicht auf Wiesbaden. Nachdem das Neroberghotel 1881 eröffnet worden war, wurde es als Luxushotel weit über die Landesgrenzen bekannt. 1967 renovierte die Stadt das Hotel und so wurde es auch als Café- und Restaurant betrieben. Von 1970 bis 1975 gehörte das Gebäude dem Bundeskriminalamt (BKA). In den folgenden Jahren stand das frühere Hotel zeitweise leer und wurde bis zur endgültigen Schließung 1983 hauptsächlich als Veranstaltungs- oder Proberaum für Musiker genutzt.

Nach einem Brand 1986 musste ein Flügel des Gebäudes abgerissen werden. Auf den Tag genau drei Jahre später brannte es erneut und das ehemalige Hotel lag in Schutt und Asche. Es handelte sich wohl erneut um Brandstiftung. Damals hatten knapp 70 Jugendliche auf dem Neroberg in der Tatnacht gefeiert. Ein Täter wurde nie ermittelt. Der Rest des Hotels wurde schließlich abgerissen, übrig blieb der Turm, den man auch heute noch kennt. Außerdem wurde die sogenannte Erlebnismulde gebaut. Hier findet unter anderem jedes Jahr (außer in der Pandemie) der Improsommer statt.

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