Neues Projekt in Wiesbaden: Kostenlose Altkleider im „StadtTeilschrank“

In Wiesbaden gibt es ein neues Kleidertausch-Projekt. Im StadtTeilschrank wird gebrauchte Kleidung kostenlos angeboten. Judith Allgäuer erklärt ihre Idee dahinter.

Neues Projekt in Wiesbaden: Kostenlose Altkleider im „StadtTeilschrank“

In der Wiesbadener Innenstadt ist ein neues Tauschprojekt für Kleidung gestartet: der „StadtTeilschrank“ im „WerkRaum“ im ehemaligen SportScheck in der Langgasse 5-9. Dort können Menschen gut erhaltene Kleidungsstücke (mit Ausnahme von Unterwäsche und Socken) abgeben, stöbern und passende Teile kostenlos mitnehmen.

Der Ort ist kein klassischer Secondhand-Laden, sondern Teil eines größeren städtischen Experiments. Die Stadt Wiesbaden beschreibt den „WerkRaum“ als offenen Raum für Gestaltung, Dialog und Beteiligung in einem leerstehenden Kaufhaus. Er ist vom 2. Mai bis 31. Oktober 2026 als Projekt der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 angelegt.

Die Idee dahinter

Das Projekt setzt auf Nachhaltigkeit, Teilhabe und urbane Nachbarschaft. Judith Allgäuer hat den „StadtTeilschrank“ eingerichtet und betreut das Projekt ehrenamtlich. Sie füllt und räumt den Schrank immer wieder auf und sorgt dafür, dass jeder vorbeikommen kann, um zu stöbern, Kleidungsstücke hineinzulegen oder mitzunehmen.

Zur Eröffnung haben Schüler der IGS Kastellstraße im „WerkRaum“ eine Modenschau organisiert, bei der sie Kollektionen aus Secondhand-Kleidung präsentierten und auf Themen wie Femizid und Kinderarbeit aufmerksam machten. Die Kollektion ist Teil des Projekts „Dreh dein Ding – Circular Citizens of Wiesbaden“.

Das Thema Kreislaufwirtschaft liegt auch Judith sehr am Herzen. Nach eigenen Angaben rettet sie seit vier Jahren Kleidung. Die Klamotten für den „StadtTeilschrank“ sammelt sie vor den Kleidercontainern, wo oft Berge von Kleidertüten herumliegen, um die sich niemand kümmert. Durch Regen und Umwelteinflüsse werden sie schnell zu unbrauchbarem Müll.

Zweites Leben für gut erhaltene Kleidung

In Absprache mit den jeweils zuständigen Stellen verleiht Judith gut erhaltenen Sachen von dort über den „StadtTeilschrank“ ein zweites Leben, nachdem sie diese zuvor gewaschen und gebügelt hat. Ihrer Ansicht nach sollte es in jedem Stadtteil einen solchen Tauschschrank geben für Menschen, die ihre Kleidung verschenken und vor Ort wieder in den Kreislauf bringen wollen.

„Und um alle Bedenken auszuräumen, wird der offene Kleiderschrank im „WerkRaum“ getestet. Schon jetzt zeigt sich: Es funktioniert. Die Kleidung wird respektvoll behandelt und immer mehr Menschen machen mit und hängen Kleidung hinein“, so Judith.

Schrank-Paten und neue Tauschorte gesucht

Was es über die Testphase im „WerkRaum“ hinaus braucht, sind „Schrank-Paten sowie öffentlich zugängliche Orte wie Bibliotheken, Stadtteilzentren, Cafés oder Bürgerhäuser, um weitere Stadtteilschränke zu ermöglichen“, sagt Judith.

Wer Interesse an dem Konzept oder einem eigenen Tauschschrank hat, kann sich mit einer kurzen Nachricht an Judith Allgäuer wenden.