Wie ein Festival mit internationalen DJs in den Schlachthof kam

Top Acts der internationalen DJ-Szene haben sich für den 15. September im Schlachthof angekündigt. Das Festival „Tanz der Familie“ findet dabei nicht zum ersten Mal statt, seine Wurzeln liegen jedoch nicht in Wiesbaden.

Wie ein Festival mit internationalen DJs in den Schlachthof kam

Auf zwei Floors sollen am 15. September rund 2000 Fans von elektronischer Musik feiern und tanzen. Zehn DJs haben sich zum Elektronik-Festival „Tanz der Familie“ angekündigt. Im Vergleich zu einem ausverkauften Konzert in der großen Halle mit rund 2400 Besuchern erscheint das Merkurist-Leser Oliver recht viel. „Eignet sich der Schlachthof für so was? Und wer geht da hin?“, fragt er in einem Snip.

Traditions-Event

„Der Schlachthof bietet alles, was man für ein gutes Event braucht.“ - DJ Eric Sneo

„Der Schlachthof bietet alles, was man für ein gutes Event braucht“, fasst DJ Eric Sneo zusammen und spricht dabei von einer guten Bühnentechnik und viel Platz zum Tanzen auf dem Floor. Er selbst wird beim Festival auflegen und auch live einige Instrumente spielen. Die Räumlichkeiten kennt er gut. Sowohl als Besucher, als auch als Act hat der Mainzer den Schlachthof schon kennengelernt. Zuletzt stand er 2017 auf der Hauptbühne - als das Festival zum ersten Mal in Wiesbaden stattfand.

Die Reihe „Tanz der Familie“ ist nämlich nicht neu. Veranstaltet wird das Festival von der Agentur Palazzo-Events. „Die Reihe gibt es seit mehr als 20 Jahren“, erklärt Udo Niebergall, der zusammen mit Joachim Muno als Kooperationspartner des Schlachthofs für die Promo und die künstlerische Leitung des Festivals zuständig ist. Die Anfänge der Reihe liegen laut Niebergall jedoch auf der anderen Rheinseite: „In Bingen hat alles in der Großraumdiskothek Palazzo angefangen. Die gibt es inzwischen aber nicht mehr. Deshalb veranstalten wir die Party seit vergangenem Jahr in Wiesbaden.“

Festival statt Club-Party

„Viele Karten wurden von jungem Publikum reserviert.“ - Veranstalter Udo Nibergall

Die Vorverkaufszahlen für 2018 zeigen den Veranstaltern dabei, dass die Stammgäste, die die Reihe noch aus Bingen kennen, nur einen kleinen Teil der Besucher ausmachen. „Viele Karten wurden von jungem Publikum, zwischen 20 und 30 Jahren, reserviert. Die meisten Bestellungen kamen aus Wiesbaden selbst und aus der näheren Umgebung“, sagt er.

Der Andrang wundere ihn nicht. „Seitdem das New Basement geschlossen hat, ist das Angebot an Elektro-Veranstaltungen in Wiesbaden mau geworden“, findet er. Das Phänomen habe er aber auch in anderen Städten schon beobachtet. „Die Musik wird nach wie vor gehört, doch die Partys verlagern sich zunehmend von den Clubs aus große Festivals.“

„Heute ist Anna ein absoluter Star der Szene.“ - DJ Eric Sneo

Um diesem Trend entgegen zu kommen, haben er und sein Partner in diesem Jahr besonders auf Topacts geachtet. „Neben unserem Stamm-Act Eric Sneo haben wir auch Künstler wie Enrico Sangiuliano und Anna mit ins Boot geholt. Sie touren sonst auf internationalen Events“, sagt Niebergall. Auf den Auftritt von Anna freut sich auch Eric Sneo: „Als ich vor etwa 14 Jahren meine erste Brasilientour gespielt habe, war Sie im Publikum auf einem Festival in Sao Paulo und hat dort zu meiner Musik getanzt. Heute ist sie selbst ein absoluter Superstar in der Szene.“

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