Statt Parkplätze: Café am Bismarckring erkämpft sich Außenplätze

Wegen der Corona-Auflagen konnte das Tag.Werk am Bismarckring nur wenige Sitzplätze anbieten. Daher fragten die Betreiber die Stadt an, ob man einen Parkplatz vor der Tür umwandeln könnte.

Statt Parkplätze: Café am Bismarckring erkämpft sich Außenplätze

Seit Mitte Mai dürfen Restaurants in Hessen wieder Gäste in und vor ihren Lokalen empfangen. Doch die Lockerung hatte zunächst strenge Auflagen vorgesehen. Um die Abstandsregelungen weiter einzuhalten, mussten viele Lokale Teile ihrer Sitzplätze freihalten. So ging es auch dem „Tag.Werk“. Das 2018 am Bismarckring eröffnete Café bezeichnet sich selbst als die erste DIY (Do it yourself)-Bar Deutschlands, die Barbetrieb und Bastelstube miteinander verbinden will.

Zu wenig Platz im Innenbereich

„Durch die Corona-Beschränkungen haben wir im Innenbereich nur zehn Plätze für die Gäste zur Verfügung“, erzählt Ines Ening, Betreiberin des Tag.Werks. Da das Lokal aber direkt am engen Bismarckring liegt, gab es auch keine Möglichkeit, eine Außengastronomie anzubieten. Ening überlegte sich daher, dass man die Parkbuchten vor dem Tag.Werk dazu umwandeln könnte. „Unsere Idee ist es sogenannte ‘Parklets’ aufzustellen, also Holzpaletten, auf denen Tische und Stühle aufgebaut sind.“ Wie so etwas aussehen könnte, hatte das Tag.Werk schon 2019 gezeigt. Im Rahmen der Aktion „PARK(ing) Day“ demonstrierten sie mit Sesseln und Bierbänken, wie eine Umwandlung von Parkraum in Sitzplätze aussehen könnte.

„Wir sind der Straßenverkehrsbehörde sehr dankbar, dass es dann doch noch geklappt hat.“ - Ines Ening, Tag.Werk

Ening stellte daraufhin einen Antrag bei der Stadt - welcher jedoch direkt und ohne Prüfung abgelehnt wurde, so die Betreiberin. Um zusätzliche Überzeugungsarbeit zu leisten, startet sie danach eine Online-Petition. „Nach kurzer Zeit hatten sich über 400 Personen gemeldet, die uns unterstützen wollen“, erzählt sie. Daraufhin versuchte sie erneut ihr Glück bei der Stadt, doch bekam wieder nur eine Absage für ihre Idee. „Es gab nur den Vorschlag, zusätzlich einen Fußgängerweg abzusperren. Das hätte jedoch fast das Doppelte gekostet.“ Beim dritten Anlauf konnte sie die Stadt dann aber bei einem Vor-Ort-Termin von ihrem Projekt überzeugen. „Wir sind der Straßenverkehrsbehörde sehr dankbar, dass es dann doch noch geklappt hat“, so Ening.

14 zusätzliche Sitzplätze

Ab Mittwoch, 8. Juli, bietet das Tag.Werk insgesamt 14 zusätzliche Sitzplätze auf der Straße an. Die Vereinbarung mit der Straßenverkehrsbehörde sieht vor, dass Tische und Stühle an der Hausfassade aufgestellt werden dürfen. Die vorbeigehenden Passanten werden durch eine Absperrung zur Straße gesichert. Die Idee des Tag.Werks hat jetzt auch benachbarte Lokale inspiriert wie das „Dreams Café“ sich ebenfalls um Außenplätze zu bewerben, erzählt Ening: „Die Leute haben Lust, gemeinsam draußen zu sitzen. Am Sedanplatz hat man ja schon gesehen, wie gut das funktionieren kann.“

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