So funktioniert die Notrufzentrale der Feuerwehr Wiesbaden

Am Montag veröffentlicht die Feuerwehr Wiesbaden alle Notrufe, die bei ihnen eingehen, auf Twitter. Damit wollen die Rettungskräfte die Bevölkerung stärker für den Zweck der 112 sensibilisieren.

So funktioniert die Notrufzentrale der Feuerwehr Wiesbaden

„Hallo Notrufzentrale, ich bekomme mein Zäpfchen nicht rein, bitte schicken Sie einen Rettungswagen.“ Was klingt wie eine Szene aus einer schlechten Komödie, ist am Montagmorgen so tatsächlich bei der Wiesbadener Feuerwehr als Anruf eingegangen. Der Notruf ist zwar kurios, aber kein typischer Fall, den die Feuerwehr Wiesbaden in ihren regulären Pressebericht aufnimmt. Am Montag war das aber anders, denn gemeinsam mit anderen Rettungsstellen lief bei der Wiesbadener Feuerwehr eine Aktion zum Tag des Notrufs.

220.000 Anrufe im Jahr

„Wir haben im letzten Jahr 212.000 Notrufe behandelt.“ - Florian Erbacher, Feuerwehr Wiesbaden

„Wir wollen heute über Twitter den Bürgern die Arbeit der Feuerwehr und der Notrufzentrale näher bringen“, erklärt Florian Erbacher, Sprecher der Feuerwehr Wiesbaden, die Aktion. Seit den frühen Morgenstunden veröffentlichen die Rettungskräfte auf ihrem Twitter-Kanal jeden Einsatz, der unter der 112 in Wiesbaden eingeht. Und das sind eine ganze Menge. Am Vormittag kommen die verschiedenen Einsätze im Minuten-Takt über die sozialen Medien an. Nur weil in der Notrufzentrale ein Anruf eingeht, heißt es aber noch lange nicht, dass auch ein Einsatzwagen der Feuerwehr oder des Rettungsdienstes losgeschickt wird, wie Erbacher erklärt: „Wir haben im letzten Jahr 212.000 Notrufe behandelt. Daraus resultierten aber ‘nur’ 60.000 Rettungsdienst- und 4000 Feuerwehreinsätze.“

„Besonders bei medizinischen Notfällen sind wir häufig nicht der richtige Ansprechpartner.“ - Florian Erbacher, Feuerwehr Wiesbaden

Denn die Zahl der Einsatzfahrzeuge ist natürlich begrenzt, weshalb die Notrufzentrale schon am Telefon abwägen muss, ob ein Einsatz überhaupt notwendig ist. „Besonders bei medizinischen Notfällen sind wir häufig nicht der richtige Ansprechpartner und verweisen auf den hausärztlichen Notdienst unter der deutschlandweiten Rufnummer 116 117. Leider ist der nicht vielen Leuten bekannt“, erklärt Erbacher. Darunter fällt auch der beschriebene Anruf mit dem Zäpfchen-Notfall - der Anrufer wurde auch am Montag an den Hausarzt verwiesen. Dass die Bürger besser für den wirklichen Zweck des Notrufs sensibilisiert werden, ist auch einer der Gründe für den Aktionstag der Feuerwehr. „Seit man einen Notruf vom Handy nur noch mit eingelegter SIM-Karte absetzen kann, ist die Zahl der Missbräuche deutlich zurückgegangen“, berichtet Erbacher.

Wo ist der Einsatz?

Wenn ein Anruf bei der Notrufzentrale eingeht, ist die erste Frage an den Anrufer, wo sich der Einsatz genau befindet. „So können wir auf jeden Fall Hilfe schicken, auch wenn der Anruf abbricht“, erklärt Erbacher. Dann wird der Anrufer abgefragt, wie sich der Patient genau verhält. So weiß die Einsatzzentrale genau, ob neben dem Rettungswagen auch ein Notarzt vor Ort nötig ist. In besonders kritischen Fällen erteilt die Notrufzentrale Anweisungen zur Ersten Hilfe, die bis zum Eintreffen der Rettungskräfte vorgenommen werden können.

Neben dem Notruf will die Feuerwehr am Tag des Notrufs aber auch andere Aspekte ihres Berufs vorstellen. Darunter fällt auch das Anwerben für den Feuerwehr-Jahrgang 2020. Zwar gibt es nur 18 freie Stellen, da aber nur die wenigsten die Aufnahmeprüfung schaffen, hofft die Feuerwehr auf zahlreiche Bewerbungen.

Nachlesen kann man alle Tweets vom Aktionstag am Montag über den Twitter-Kanal der Feuerwehr Wiesbaden und unter den Hashtags #112live, #NotrufWiesbaden, #NoNotruf und #TagDesNotrufs. (js)

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