In Wiesbaden gibt es jetzt einen Hanf-Automaten

Einmal Hanf zum Mitnehmen: Ein Automat in Erbenheim macht's möglich. Doch was kann man an dem CBD- und Hanfautomaten kaufen? Und ist das überhaupt legal?

In Wiesbaden gibt es jetzt einen Hanf-Automaten

Das CBD-Business boomt. In vielen Städten eröffnen eigene CBD-Stores, in denen das Cannabidiol aus der Hanfpflanze in verschiedenen Formen verkauft wird. In Wiesbaden etwa wird CDB in Form von Blüten, Tropen, Kosmetik und Tees seit vergangenem Jahr bei „Grünes Gold“ verkauft (wir berichteten). In immer mehr Städten bricht sich nun auch eine weitere, neue Vertriebsform Bahn: Hanf-Automaten.

Ein solcher Automat der Firma „Sweeds 420“ wurde jetzt auch in Wiesbaden aufgestellt. In Erbenheim findet man dort nun CBD-Aromablüten, Öle, Wachs und andere Produkte. Mit dem Personalausweis weist man wie bei einem Zigarettenautomat sein Alter nach, wer mindestens 18 Jahre alt ist, kann die Produkte dann direkt am Automaten „ziehen“. Aber ist das überhaupt erlaubt?

Was ist CBD?

CBD steht für Cannabidol, ein Stoff, der aus der Hanfpflanze gewonnen wird. Eine psychoaktive Wirkung hat dieser — anders als THC — aber nicht. Die Waren enthalten weniger als 0,2 Prozent der berauschenden Stoffe, das ist die Grenze in Deutschland. Weil sie aufgrund der geringen Konzentration keine berauschende Wirkung haben, sind Verkauf, Besitz und Konsum rechtlich in Deutschland zugelassen.

„Die Produkte in unseren Automaten werden mehrfach im Labor auf ihren THC-Wert geprüft, sodass wir garantieren können, dass der Wert immer unter den erlaubten 0,2 Prozent THC ist“, erklärt Panagiotis Lappas, Geschäftsführer der „Sweeds 420 GmbH“. Lebensmittel mit THC hingegen dürfen nicht verkauft werden. „Daher gibt es bei uns ausschließlich Aromaprodukte wie zum Beispiel unsere Aromablüten“, sagt Lappas.

Ist das legal?

In Trier ist ein Hanf-Automat abgebaut worden, in Darmstadt beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft mit einem Automaten. „Es ist normal, dass unsere Produkte von den Behörden getestet werden“, so Lappas. Der Automat in Trier habe auch Produkte verkauft, die nicht unter der Grenze von 0,2 Prozent THC liegen. Solange der Automat von „Sweeds 420“ also weder Lebensmittel mit THC oder Produkte die oberhalb des Grenzwertes liegen verkauft, ist das Geschäft erlaubt.

Auch, wenn das nicht alle unkritisch sehen. „Illegal sind die Automaten zur Zeit nicht. Aber wir denken, dass dies nur eine Frage der Zeit sein wird“, äußert sich „Grünes Gold“-Geschäftsführer Timm Gros. „Wir erachten CBD als ein sehr beratungsintensives Konsumgut“, so Gros. „Von einem verantwortungsvollen Umgang kann leider nicht die Rede sein.“

Die Verbraucherzentrale hat generelle Zweifel an der Boom-Branche: „Es sind zahlreiche unerwünschte Effekte bekannt“, mahnen die Verbrauchenschützer. Dazu zählten etwa Schläfrigkeit und Benommenheit, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen und innere Unruhe.

Warum CBD?

CBD-Fans hingegen schwören auf die vielen positiven Eigenschaften, die mit Cannabidol verbunden sind. So soll es schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken, bei Angstzuständen helfen und gestresste Nerven beruhigen. Studien aus den USA konnten zahlreiche positive Wirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden belegen. So wurde festgestellt, dass Beschwerden bei Krankheiten wie Migräne, Schlafstörungen, Parkinson, Fibromyalgie, Rheuma sowie ADHS durch die Einnahme von CBD gelindert werden können.

Auch Lappas ist von seinen Produkten überzeugt. „Gerade in stressigen Zeiten stellen wir fest, dass es viele Menschen gibt, die es durch das Aroma unserer Blüten schaffen, den Alltag hinter sich zu lassen und so einmal mehr zur Ruhe kommen.“ Und der Automat in Erbenheim soll auch nicht der letzte in der Landeshauptstadt bleiben: „Wir möchten auf jeden Fall noch einen unserer Automaten aufzustellen“, so Lappas. (nl)

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