„Hat mit Fußball nichts zu tun“ - Rüdiger Rehm sauer nach Spiel in Dresden

Der SVWW unterlag im Kellerduell mit 0:1 bei Dynamo Dresden. Doch nicht die Niederlage an sich, sondern vor allem der Videoschiedsrichter sorgte im Nachhinein für Gesprächsstoff.

„Hat mit Fußball nichts zu tun“ - Rüdiger Rehm sauer nach Spiel in Dresden

Es läuft die 26. Minute im Dresdener Rudolf-Harbig-Stadion. Nach einem Pass von Schwede setzt sich SVWW-Stürmer Schäffler stark gegen zwei Gegenspieler durch und knallt den Ball unhaltbar ins rechte Eck. Grenzenloser Jubel auf Seiten der Wehen Wiesbadener, die im Kellerduell gegen Dynamo Dresden unbedingt punkten wollten. Doch nur wenig später schaltet sich der Videoassistent (VAR) ein, nimmt das Tor zurück. Der Ball habe sich im Spielaufbau zuvor auf der anderen Seite im Aus befunden, so die Meinung des VAR. Statt Anstoß für Dresden gibt es Abstoß für Wiesbaden.

„Weiß auch nicht, was wir verbrochen haben.“ - SVWW-Trainer Rüdiger Rehm

SVWW-Trainer Rehm zeigte sich nach der 0:1-Niederlage im Osten bedient: „Das was passiert ist, hat aus meiner Sicht nichts mehr mit Fußball zu tun. Ich weiß auch nicht, was wir verbrochen haben, dass wir da so bestraft werden. Für einen Spielzug, der hervorragend ist. Wir haben eigentlich die Vorteilsauslegung — ich kann es Ihnen nicht erklären.“ Denn den Ball ins Aus schoss ein Dresdener Spieler. Dass das nicht gesehen wurde und anschließend ein Angriff entstand, hätte eigentlich als „Vorteil“ weiterlaufen können.

Stattdessen schlug Rehm vor, zu Pressekonferenzen nach dem Spiel in Zukunft auch einen Schiedsrichter hinzuzuziehen. „Die Regeln sind sowas von kompliziert geworden, dass wir es selber als Trainer schon nicht mehr ganz genau wissen.“ Da hatte sich anscheinend ordentlich Frust über den nicht gegebenen Treffer aufgestaut. Rehm weiter: „Ich war der Meinung, es gibt keine Torlinientechnik. Ich war der Meinung, dass ein Tor im Endeffekt einen Nachteil zur Folge haben sollte. Aber dass wir einen Ball abfangen, einen Konter setzen und 25.000 Zuschauer im Stadion überhaupt nicht wissen, was kontrolliert wird und dann wird völlig unnötig eingegriffen. So wird ein Fußballspiel zerstört.“

„Werden uns gegen alle Widerstände wehren.“ - Rüdiger Rehm

Rehm schob die Schuld an der Niederlage nicht auf den VAR. „Ich entschuldige mich bei unseren Fans, wir haben kein gutes Spiel gemacht“, sagte er nach Abpfiff. Trotzdem sei es „sehr sehr bitter“, was abseits des Platzes durch die Entscheidung des Videoreferees passiert sei. Das habe sein Team aus dem Konzept gebracht. Der Trainer versprach aber: „Wir werden uns gegen alle Widerstände wehren.“

Ebenfalls unschön: Nach dem 1:0 durch Dynamo zündeten Fans Pyrotechnik und warfen Böller auf das Spielfeld. Einer davon explodierte nur wenige Meter hinter SVWW-Torwart Watkowiak. Der Torwart hielt sich seine Ohren und musste anschließend auf dem Platz behandelt werden. Er konnte die Partie aber zu Ende spielen. (rk)

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