Sie saufen weil Di Santo trifft

599 Tage lang war Schalke-Stürmer Franco di Santo ohne Tor. Die Anhänger mussten sich die Spiele „schöntrinken“. Ausgerechnet in Wiesbaden traf di Santo aber wieder. Bleiben die Gläser jetzt deshalb leer?

Sie saufen weil Di Santo trifft

Franco di Santo, seines Zeichens Stürmer beim Fußball-Erstligisten FC Schalke 04, hatte kein leichtes Jahr. In der gesamten Saison 2016/2017 gelang ihm kein einziges Tor. Auch in der laufenden Spielzeit wollte der Ball einfach nicht ins gegnerische Netz. Die Fans reagierten mit Galgenhumor: „Wir saufen bis di Santo trifft“ stand auf T-Shirts und wurde mit der Melodie von „Go west“ zum Fangesang.

„Er hatte wirklich keine einfache Zeit“, erklärt ein Sprecher des Wiesbadener Schalke-Fanclubs Null Vier. „Er war lange verletzt und hat anschließend nicht gleich den Anschluss wiedergefunden.“ Ausgerechnet in der vergangenen Woche, beim DFB-Pokalspiel in Wiesbaden, beendete der Argentinier seine Torflaute: Sein 1:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden war sein erster Treffer nach 599 torlosen Tagen.

Bleiben jetzt Schalker Kehlen trocken?

Wenn die Schalke-Fans konsequent wären, dürfte seit vergangenem Dienstag also nur noch alkoholfreies Bier in den Bechern der Stadionbesucher landen. „Bei uns fand der Gesang keine Verwendung“, beschwichtigt der Wiesbadener Fanclub-Sprecher. „Wir hatten auch ohne seine Tore einen Grund zum Saufen, etwa beim 2:0 gegen Mainz.“

Doch für Fans, die den Gesang auf den Lippen und den Spruch auf ihren Shirts haben, hat der Fanclub schon eine Lösung gefunden: „Beim Spiel in Wiesbaden haben die Fans stattdessen einfach 'Wir saufen weil Di Santo trifft' gesungen.“ Hauptsächlich freue man sich aber, dass der Knoten bei dem Stürmer nun scheinbar geplatzt sei. Und das sei ja auch ein Grund, ein Gläschen zu trinken.

Feierstimmung in Wiesbaden

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Der Wiesbadener Schalke-Fanclub freute sich aber nicht nur über di Santos Tor am vergangenen Dienstag: „Wir werden den Abend noch lange in Erinnerung behalten“, teilt der Null Vier-Sprecher mit. Von den Schalke-Fans, die sich aus dem Ruhrgebiet auf den Weg in die hessische Landeshauptstadt gemacht hatten, habe man „durchweg positives Feedback“ bekommen. „Es hat allen sehr gut in Wiesbaden gefallen. Deshalb hoffen wir natürlich, sie vielleicht irgendwann noch einmal hier willkommen zu heißen.“

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