Wiesbadener Innenstadt steht vor großen Herausforderungen

Eine neue Stadtanalyse zeigt: Weniger Menschen besuchen die Wiesbadener Innenstadt. Online-Handel und veränderte Gewohnheiten fordern neue Konzepte für die City.

Wiesbadener Innenstadt steht vor großen Herausforderungen

Die Wiesbadener Innenstadt muss sich weiterentwickeln, um zukunftsfähig zu bleiben. Das ist das Fazit der Stadtanalyse „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“, die das Amt für Statistik und Stadtforschung jetzt veröffentlicht hat. Gründe für den Anpassungsdruck sind demnach der zunehmende Online-Handel, veränderte Konsumgewohnheiten und leicht sinkende Besucherzahlen.

Für die Analyse hat das Amt unter anderem Betriebs- und Passantenbefragungen im Historischen Fünfeck durchgeführt und Daten zu den Besucherfrequenzen ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass der Einzelhandel zwar weiterhin der Hauptgrund für einen Besuch in der Innenstadt ist, die wirtschaftlichen Bedingungen für die Betriebe sich jedoch ändern.

Wünsche von Betrieben und Passanten

Unternehmen bewerten die Standortfaktoren unterschiedlich. Während die Anbindung an den Verkehr und den öffentlichen Nahverkehr vergleichsweise positiv gesehen wird, empfinden viele die kommunalen Gebühren, die Nachfrage und die Verfügbarkeit von Arbeitskräften als Belastung. Als wichtigste Voraussetzungen für eine langfristig erfolgreiche Geschäftsgrundlage nennen die Betriebe niedrigere Mieten, mehr Sauberkeit und ein verbessertes Sicherheitsgefühl.

Auch bei den Passanten zeigen sich veränderte Gewohnheiten. Einkäufe für den täglichen Bedarf werden seltener in der Stadt erledigt, stattdessen nimmt der Online-Einkauf zu. Dennoch bleibt die Innenstadt ein wichtiger Ort für den Kauf langlebiger Konsumgüter, für Gastronomiebesuche, Spaziergänge sowie Kultur- und Freizeitangebote. Gewünscht werden zusätzliche Angebote in den Bereichen Gastronomie, Kunst, Kultur, Sport und Spiel sowie kostenlose Aufenthaltsorte.

Sechs Handlungsfelder für die Zukunft

Auch die Atmosphäre und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt werden zwiespältig bewertet, haben sich aber leicht verbessert. Einerseits wird die Stadt als schön und sicher wahrgenommen, andererseits werden Lautstärke und Sauberkeit kritisiert. Insbesondere Menschen unter 18 und über 55 Jahren fühlen sich laut der Studie weniger wohl und wünschen sich altersgerechte, konsumfreie Aufenthaltsräume. Die Analyse der Besucherzahlen zeigt zudem einen leichten Rückgang.

Aus den Ergebnissen leitet der Bericht sechs Handlungsfelder für eine Weiterentwicklung der Innenstadt ab. Dazu gehören die Bereiche Einzelhandel und Gastronomie, konsumfreie Aufenthaltsorte, Sauberkeit und Aufenthaltsqualität, Verkehr und Erreichbarkeit sowie begleitende Kommunikation und Imagearbeit. Die vollständige Analyse kann auf der Webseite der Stadt Wiesbaden heruntergeladen werden.