Jens (48) aus Mainz: An mir wird ein möglicher Corona-Impfstoff getestet

An Jens aus Mainz wurde ein möglicher Impfstoff gegen das Coronavirus getestet. Wie er sich dabei fühlt und wie seine Freunde auf die Studien-Teilnahme reagiert haben, hat er Merkurist berichtet.

Jens (48) aus Mainz: An mir wird ein möglicher Corona-Impfstoff getestet

Seit dem Frühjahr 2020 hat sich das Leben von vielen Menschen weltweit drastisch verändert. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus haben sich Krankenhäuser auf Notfall-Szenarien vorbereitet, aufgrund der Schutzmaßnahmen drohen Pleitewellen in Branchen wie der Gastronomie oder dem Tourismus. Schutz vor den zum Teil verheerenden Folgen einer Infektion mit dem Virus könnte ein Impfstoff liefern - doch der muss erst entwickelt und erforscht werden.

Jens (48) aus Mainz nimmt derzeit an einer Corona-Studie der CRS (Clinical Research Services GmbH) in Mannheim teil. An ihm wurde bereits ein möglicher Impfstoff des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech getestet. Doch wie fühlt sich das an, wenn ein verhältnismäßig unbekannter Impfstoff an einem erforscht wird? Gegenüber Merkurist sagt Jens: „Ich freue mich, damit etwas Gutes tun zu können. Es ist eine gute Sache.“ Doch der Reihe nach.

Diese Kriterien musste Jens für die Teilnahme erfüllen

Zunächst hatte sich Jens nämlich einfach mal beim Mannheimer CRS gemeldet. Dort sucht man permanent nach Teilnehmern für verschiedenste Studien. Dass er Teil einer Corona-Impfstoff-Studie werden könnte, ahnte Jens da noch nicht. Um an dieser überhaupt teilnehmen zu können, müssen verschiedene Kriterien erfüllt werden. Im Fall der Studie von Jens bedeutet das unter anderem: Teilnehmer müssen zwischen 18 und 55 Jahre alt sein, müssen mindestens 50 Kilogramm wiegen, dürfen 30 Tage vor Studienteilnahme nicht geimpft worden sein oder dürfen in den 30 Tagen vor Studienbeginn keinen Kontakt zu einem Corona-Infizierten gehabt haben. „Weil ich alle Kriterien erfüllt habe und auch bei der Voruntersuchung alles gepasst hat, wurde ich dann für die Studie zugelassen“, erklärt Jens.

Insgesamt sieben Mal muss Jens nach Mannheim fahren. Vor Ort wird ihm Blut abgenommen, das dann in Labors untersucht wird. Zwischen 1500 und 2000 Euro erhalten Studienteilnehmer, auch Fahrtkosten werden weitestgehend erstattet. Jens gibt ehrlich zu: „Eigentlich wollte ich zunächst nur wegen des Geldes mitmachen. Mittlerweile finde ich die Studie aber sehr interessant und bin stolz, ein Teil davon zu sein.“

Wie haben Freunde und Bekannte reagiert?

„Als ich die erste Spritze bekommen habe, war ich schon ein wenig aufgeregt.“ - Jens (48)

Vor ein paar Wochen bekam Jens die erste Spritze in den Arm, anschließend musste er eine Nacht zur Beobachtung in Mannheim bleiben. „Es ist alles gut gelaufen, ich hatte auch bis auf leichte Kopfschmerzen keine Nebenwirkungen. Die können aber auch von der Aufregung gekommen sein“, so Jens. Trotzdem sagt er auch: „Als ich die erste Spritze bekommen habe, war ich schon ein wenig aufgeregt. Es war ein mulmiges Gefühl mit einer Ärztin in Schutzkleidung in diesem Raum zu sein.“ Das Studien-Team habe ihm jedoch viele Sorgen genommen und immer wieder über den Ablauf aufgeklärt. Dass der Stoff bereits in den USA getestet wurde, habe er auch als beruhigend empfunden, sagt Jens.

Als Jens seinem Bekanntenkreis von der Studienteilnahme erzählte, seien die Reaktionen darauf geteilt gewesen: „Einige fanden es wirklich cool, zwei wollten sich auch anmelden. Andere waren dagegen sehr skeptisch und sehen mich als eine Art Versuchskaninchen“, sagt er. Wenn alle Termine abgeschlossen sind, steht für Jens eine Abschlussuntersuchung an, anschließend folgen zwei Nachsorgetermine. Er sagt: „Bisher hat sich alles gut entwickelt. Ich habe sogar schon die ersten Antikörper gebildet.“ (mo/df)

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