Ärger um Fanbanner gegen Rechts bei Wehen Wiesbaden

Um ihre Solidarität mit linken Zentren in Frankfurt zu zeigen, wollten Fans des SVWW ein politisches Spruchbanner bei einem Heimspiel aufhängen. Die Polizei verbot das Banner jedoch, die Fangruppe wittert politische Einmischung.

Ärger um Fanbanner gegen Rechts bei Wehen Wiesbaden

Die Fans der Fangruppe „Supremus Dilectio“ sind verärgert: Beim Heimspiel ihres SV Wehen Wiesbaden (SVWW) gegen den VfR Aalen am 21. Dezember wollten sie, wie schon häufig, ein Spruchbanner mit ins Stadion nehmen. Das wurde ihnen jedoch verweigert, da es laut dem Verein eine zu politische Botschaft enthielt.

Vorwürfe gegen die Polizei

„Rechte Brandstifter enttarnen und ihnen das Handwerk legen.“ - Verbotenes Spruchbanner

Dabei transportieren die Spruchbanner der Gruppe immer wieder politische Botschaften. So bezog die Gruppe bei vergangenen Spielen klare Stellung zu Themen wie Polizeigewalt und den bei Fans unbeliebten Montagsspielen. Auch bei dem Spiel Ende Dezember wollte die Fangruppe wieder eine politische Botschaft ins Stadion tragen. Weil es im Dezember zu zwei Anschlägen auf linke Zentren in Frankfurt gekommen war, wollte „Supremus Dilectio“ mit einem Banner ihre Solidarität ausdrücken. Da die Täter des Anschlags in der rechten Szene vermutet werden, sollte das Spruchband den Titel „Rechte Brandstifter enttarnen und ihnen das Handwerk legen“ tragen.

Wie die Gruppe auf ihrem Blog berichtet, wurde ihr beim Einlass durch die Polizei verweigert, das Banner mit ins Stadion zu nehmen - obwohl es, wie „Supremus Dilecto“ behauptet, zuvor genehmigt worden war. Um eine Konfrontation mit der Polizei zu vermeiden, habe die Gruppe das Banner dann aber freiwillig zurückgezogen. Dennoch habe die Polizei darauf unter Androhung von Gewalt versucht, die Personalien der Fans festzustellen. Erst als der Fanbeauftragte eingriff, sei eine gewalttätige Auseinandersetzung verhindert worden. „Supremus Dilecto“ vermutet hinter der Aktion einen Beweis für rechtsextreme Strukturen bei der hessischen Polizei und verweist auf einen Skandal Anfang Dezember, bei dem mehrere rechtsgerichtete Beamte bei der Frankfurter Polizei enttarnt wurden.

Keine politischen Botschaften

„Banner mit politischen Statement sind bei Heimspielen des SVWW in der Brita-Arena grundsätzlich untersagt.“ - Guido Rodzinski, SVWW

Die Polizei weist jedoch die Verantwortung von sich. Wie das Fußball-Fanmagazin „Faszination Fankurve“ berichtete, habe die Polizei nur auf Anweisung des SV Wehen Wiesbaden gehandelt, der das Banner zuvor verboten hatte. Das bestätigt auch Guido Rodzinski, Pressesprecher des Vereins. Das Banner sei zwar im Vorfeld des Spiels vom Verein genehmigt worden, jedoch ohne das Wort „Rechte.“ „Banner mit politischen Statement sind bei Heimspielen des SVWW in der Brita-Arena grundsätzlich untersagt“, erklärt der Sprecher. Man habe den Fans angeboten, das Wort „Rechte“ einfach abzutrennen, was sie jedoch nicht akzeptiert hätten.

Dass ein Banner nicht in der Brita-Arena zugelassen werde, komme eher selten vor, sagt Rodzinski. Die Kommunikation zwischen dem Verein, dem Ordnungsdienst sowie den Fans sei unproblematisch und gut. Jedes Banner müsse vor den Heimspielen beim Fanbeauftragten des SVWW vorgelegt werden, der dann gemeinsam mit dem Verein über die Zulassung entscheide. (js)

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