Verspätungen bei Brief- und Paketzustellungen erwartet

Ver.di will Druck auf Deutsche Post ausüben

Verspätungen bei Brief- und Paketzustellungen erwartet

Weil Mitarbeiter der Deutschen Post AG derzeit streiken, kann es zu Verzögerungen bei Brief- und Paketzustellungen kommen. Die Gewerkschaft ver.di hatte die Mitarbeiter des Unternehmens dazu aufgefordert, ihre Arbeit einzustellen, um in den laufenden Tarifverhandlungen Druck auf ihren Arbeitgeber auszuüben.

„In den vorangegangenen Verhandlungsrunden sind wir einem Tarifabschluss keinen Millimeter nähergekommen. Die Deutsche Post AG muss jetzt einlenken und Beschäftigte am Erfolg des Unternehmens teilhaben lassen", sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnsteigerung von 5,5 Prozent für alle Beschäftigten bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zudem verlangt sie für die Auszubildenden und Dual-Studierenden eine monatliche Erhöhung um 90 Euro.

Diese Forderungen begründet ver.di mit der positiven Gewinnentwicklung des Unternehmens: So konnte die Deutsche Post AG im Bereich Post und Paket ihren Gewinn im ersten Halbjahr 2020 um knapp 50 Prozent steigern. Der Arbeitgeber soll seine Beschäftigten jetzt für ihre herausfordernde und engagierte Arbeit mit einer ordentlichen und nachhaltigen Lohnerhöhung wertschätzen. Die dritte Runde der Tarifverhandlungen findet am 21. und 22. September statt.

Hintergrund:

Ver.di hatte bereits in der vergangenen Woche zu Warnstreiks aufgerufen. Daran hatten sich insgesamt mehr als 11.000 Beschäftigte an über 300 Standorten im gesamten Bundesgebiet beteiligt. Am Freitag nahmen Mitarbeiter in den Bereichen Wiesbaden, Kassel, Fulda, Gießen, Frankfurt und Darmstadt teil. Auch am Samstag sollen die Streiks unter anderem in Wiesbaden weitergehen. (mo)

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