So würden die Merkurist-Leser wählen

Bei der Stichwahl am Sonntag entscheidet sich, wer der neue Oberbürgermeister von Wiesbaden wird. Die Merkurist-Leser haben schon einen Favoriten.

So würden die Merkurist-Leser wählen

Mit Gert-Uwe Mende und Eberhard Seidensticker stehen den Wiesbadenern noch zwei Kandidaten zur Auswahl, die am Sonntag in der Stichwahl auf das Amt des Oberbürgermeisters hoffen. Während CDU-Kandidat Seidensticker vor dem ersten Wahlgang am 26. Mai durch Briefwähler noch deutlich die Nase vorne hatte, kam es am Wahlabend bei der Stimmenauszählung zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen ihm und der Grünen-Kandidatin Christiane Hinniger. Die meisten Stimmen sammelte bei der Hauptwahl aber Gert-Uwe Mende von der SPD.

Mit 27,1 Prozent der Stimmen war klar, dass Mende in die Stichwahl einziehen wird. Seidensticker folgte ihm mit 24,5 Prozent. Doch ist der SPD-Mann auch bei der Wahl am Sonntag noch der Top-Favorit?

Um das herauszufinden, haben wir die Merkurist-Leser gefragt. Mehr als 400 von ihnen haben in der vergangenen Woche an unserer Umfrage teilgenommen. Das Ergebnis war eindeutig: 71 Prozent der Befragten sehen Mende als neuen Oberbürgermeister, nur 29 Prozent der Stimmen gingen an seinen Konkurrenten von der CDU.

Politisches Miteinander

Dabei ist Mende der Newcomer in der Wiesbadener Stadtpolitik. Als Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag und als Ortsvorsteher von Dotzheim ist er mit der politischen Lage in der hessischen Landeshauptstadt aber bestens vertraut. Immerhin wohnt der 56-Jährige auch schon seit 28 Jahren hier. Als Kandidat wählte ihn seine Partei, nachdem der jetzige Oberbürgermeister Sven Gerich im Januar verkündete, nicht mehr zur Wahl anzutreten. Der Grund dafür waren Skandale um Vorteilnahme und Bestechung im Rathaus. Eben solche will Mende in Zukunft verhindern, indem er die parteiübergreifende Zusammenarbeit der Politiker fördern will. „In dieser Stadt kann man am meisten erreichen, wenn sich die politischen Kräfte auf gemeinsame Ziele verständigen und an einem Strang ziehen“, sagt Mende gegenüber Merkurist.

Verkehrskonzept

Als stellvertretender Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung geht CDU-Politiker Seidensticker im Rathaus schon länger ein und aus. Er weiß, welche Themen bei den Bürgern für Unmut sorgen und verkündete zu Beginn seines Wahlkampfes, dass er die Bürger über den Bau der Citybahn entscheiden lassen will. Doch egal ob auf Schienen oder dem Asphalt, ein stimmiges Verkehrskonzept für die Stadt steht ganz oben auf seiner To-Do-Liste als Oberbürgermeister. Dem stimmt auch Mende zu. Er setzt dabei vor allem auf den Ausbau des ÖPNV, will ein günstiges Jahresticket für 365 Euro für alle schaffen, Radwege ausbauen und mehr Mietangebote für Fahrräder und Car-Sharing-Autos schaffen.

Bezahlbarer Wohnraum

Wenn es um Wohnen in Wiesbaden geht, sind sich beide Kandidaten einig. „Gerade Familien mit normalem oder niedrigen Einkommen müssen sich in Wiesbaden das Wohnen wieder leisten können“, sagt Mende und erklärt, „sonst schreitet die soziale Spannung voran.“ Das sieht Seidensticker genauso. Neben Wohnraum will er auch mehr Gewerbeflächen schaffen. So sollen Selbstständige unterstützt werden. Zudem will er Bürokratie abbauen, um es den Wiesbadener einfacher zu machen, eigene Firmen zu gründen.

Welcher der beiden Kandidaten am Sonntag bei der Stichwahl das Rennen macht, liegt jetzt in der Hand der Wiesbadener. Am Sonntag, den 16. Juni, öffnen von 8 Uhr bis 18 Uhr die Wahllokale. Erste Hochrechnungen zu den Ergebnissen werden am Abend ab 18:30 Uhr erwartet. Gesonderte Wahlbenachrichtigungen für die Stichwahl wurden nach der Hauptwahl nicht mehr verschickt. Wer die alte nicht mehr hat, kann mit einem gültigen Personalausweis zu seinem Wahllokal gehen. (ts)

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