12 Jahre Warten auf einen Parkplatz in Wiesbaden

Wer einen Parkplatz in Wiesbaden mieten möchte, kann sich unter anderem auf eine Warteliste der GWW setzen lassen, die neben Wohnungen auch Stellplätze und Garagen vermietet. Doch damit einher gehen oft lange Wartezeiten.

12 Jahre Warten auf einen Parkplatz in Wiesbaden

Wer keinen eigenen Parkplatz in Wiesbaden besitzt, muss teils lange suchen. Nicht nur Wohn- sondern auch Parkraum ist ein knappes Gut in der Stadt. Auch ein Bewohner-Parkausweis hilft nur bedingt, gibt es doch viel mehr Inhaber dieser Scheine als Stellplätze. Auch in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag war diese Problematik wieder einmal Thema.

CDU-Stadtverordnete Nicole Röck-Knüttel monierte in ihrem Antrag, dass die Stellplätze und Garagen, die von der Wiesbadener Wohnbaugesellschaft GWW vermietet werden, wenig transparent vergeben würden. Auch sei immer wieder von langen Wartelisten und Wartezeiten zu hören.

12 Jahre warten im Rheingauviertel

Und tatsächlich: Wie Christoph Manjura, Dezernent für Soziales, Bildung und Integration erklärt, müsse man in innerstädtischen Gebieten bis zu fünf Jahre auf einen Stell- oder Garagenplatz warten. Im Rheingauviertel kann sich das sogar auf bis zu 12 Jahre Wartezeit ziehen. In Randgebieten und Vororten hingegen wartet man „nur“ sechs Monate.

„Die Wartezeit ist stark abhängig von den nachgefragten Stadtteilen sowie der darin stattfindenden Mieterfluktuation und der Anzahl der PKW-Stellplätze und Garagen“, erklärt Manjura. Spezielle Mieterwünsche und umliegende Angebote Dritter wirkten sich ebenfalls auf die Wartezeiten aus.

Wer entscheidet, wer einen Platz bekommt?

Zum Thema Transparenz merkte Manjura an, dass die Wartelisten nicht strikt nach der Eingangsreihenfolge der Anträge abgearbeitet würden. Das sei zwar der Normalfall, doch es gebe Ausnahmen. Etwa werden Mieter der Gesellschaften vorrangig ausgewählt. Auch in anderen begründeten Fällen, etwa für ältere Menschen, Menschen mit Behinderung oder kinderreichen Familien, werde von der Regel abgewichen.

Wie Abhilfe schaffen?

Das Problem ist ein altbekanntes. So einfach ändern lässt sich trotzdem nichts. „Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften haben besonders im stark nachgefragten innerstädtischen Bereich keine geeigneten freien Flächen zur Verfügung“, so Manjura. Die hohe Mieternachfrage könne also nicht beeinflusst werden.

Der Thematik wurde sich aber trotzdem bereits angenommen. Wie Manjura berichtet, sei Anfang des Jahres durch die Gesellschaften eine Arbeitsgruppe gebildet worden, die sich auch mit dem Thema Parkraum befassen werde. (nl)

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