So viele E-Autos sind in Wiesbaden unterwegs

Spätestens seit den „Fridays For Future“-Demos engagieren sich auch immer mehr Wiesbadener öffentlich für den Klimaschutz. Steigen deshalb auch mehr Menschen auf E-Autos um?

So viele E-Autos sind in Wiesbaden unterwegs

Eine Million Elektroautos bis 2020 — das hat sich die Bundesregierung vor drei Jahren in ihrem „Regierungsprogramm Elektromobilität“ als Ziel gesetzt. Damit mehr Autofahrer auf E-Autos umsteigen, gab es sogar Zuschüsse. Wie sieht es also aktuell auf Wiesbadens Straßen aus? Steigt die Zahl der E-Autos auf den Straßen? Machen sie den Benzinern Konkurrenz? Und wie entwickelt sich die Art des Antriebs in der Stadt allgemein? Mit diesen Fragen hat sich das Statistische Jahrbuch 2018 auseinandergesetzt und die Autonutzung der letzten Jahre in Zahlen dargestellt.

2018 waren fast 140.000 Autos in Wiesbaden angemeldet — 58 von 100 Volljährigen haben somit ein Auto. Das sind zwar fast 2000 weniger Autos, als noch im Jahr zuvor, dafür aber fast 20.000 mehr als 1998. Traditionell werden die meisten Autos auf Wiesbadener Straßen auch heute noch mit Benzin betankt, daran hat sich kaum etwas geändert. Vor fünf Jahren waren es 89.000 Benziner, heute sind es etwa 93.000. Danach kamen immer die Dieselfahrzeuge — von ihnen waren in den letzten fünf Jahren jährlich rund 43.000 in der Stadt angemeldet. Umweltfreundlichere Alternativen wie Elektroautos machen zwar zahlenmäßig keinen großen Teil der angemeldeten Autos in der Stadt aus, werden aber scheinbar immer beliebter.

Vier Mal mehr E-Autos

Waren 2014 nur rund 80 Elektroautos in Wiesbaden angemeldet, sind es heute rund 340 und damit vier Mal so viele, wie noch vor fünf Jahren. Noch mehr Wiesbadener entscheiden sich für ein Hybridauto. Vor fünf Jahren besaßen rund 526 Wiesbadener ein Auto mit mindestens zwei verschiedenen Antriebsarten, heute sind es mehr als doppelt so viele.

Eine große Veränderung zeigt sich auch im Schadstoffausstoß der angemeldeten Autos. Die meisten von ihnen sind heute mit der Abgasnorm Euro 6 unterwegs — solche Autos stoßen am wenigsten Schadstoffe aus. Seit Anfang 2015 müssen alle Neuwagen Euro 6 erreichen, um überhaupt zugelassen zu werden. Autos, die besonders viel Schadstoffe ausstoßen erhalten in Wiesbaden ohnehin keine grüne Feinstaubplakette mehr und dürfen damit nicht in die Umweltzone einfahren. Umweltschädlichere Fahrzeuge gehen demnach auf Wiesbadens Straßen weiter zurück.

Veränderungen in Wiesbaden

Damit mehr Wiesbadener auf E-Autos umsteigen, wurde auch in der Stadt selbst einiges verändert. Mittlerweile gibt es 31 Ladestationen der ESWE Versorgung für E-Autos im Stadtgebiet. Hinzu kommen einige Stationen anderer Anbieter. Die Bundesnetzagentur hat alle E-Tankstellen im Land auf einer Online-Karte festgehalten. E-Auto-Fahrer können in Wiesbaden zudem auf einigen Parkplätzen kostenfrei parken. Seit April dürfen die Autos maximal drei Stunden lang und mit Parkscheibe auf Parkplätzen der Stadt parken. ESWE Verkehr nahm außerdem mit den ersten eingesetzten E-Bussen in ihrer Busflotte eine Vorreiterrolle im Land ein. (nl)

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