Schlachthof: Corona verringert Besucherzahl um das Siebenfache

Ob Schlachthof, Staatstheater oder Museen: Die Corona-Pandemie hat besonders in der Kultur für Stillstände und sinkende Besucherzahlen gesorgt. Auch 2021 hatten viele Kultureinrichtungen mit Einbußen zu kämpfen.

Schlachthof: Corona verringert Besucherzahl um das Siebenfache

Abgesagte Konzerte, leere Museen, Kunstschaffende ohne Publikum: Besonders im Kulturbereich hat die Corona-Pandemie für Einbußen gesorgt. Je nach geltenden Maßnahmen mussten viele Betriebe auf digitale Angebote ausweichen, durften weniger Besucher zulassen oder mussten sogar komplett schließen. Wie hoch der Rückgang der Besucherzahlen jedoch tatsächlich war, hat das Wiesbadener Amt für Statistik und Stadtforschung nun in der neuesten Ausgabe seiner Reihe „kurz und bündig“ aufgezeigt.

Rekordeinbußen für Staatstheater und Schlachthof

Im Vergleich zu 2019 gingen die Besucherzahlen im Hessischen Staatstheater 2020 um 77 Prozent zurück, im Schlachthof waren es sogar 79 Prozent. Das liegt unter anderem auch an der gesunkenen Zahl der Aufführungen. Diese hat sich im Staatstheater mehr als halbiert, im Schlachthof verringerten sich die Aufführungen sogar fast um das Fünffache.

2021 hatten beide Einrichtungen weitere Einbußen bei den Besucherzahlen zu verzeichnen. Trotz 36 Prozent mehr Aufführungen als im Vorjahr ging die Besucherzahl im Staatstheater um weitere 1,5 Prozent zurück. Im Schlachthof wurden hingegen noch weniger Veranstaltungen ausgerichtet als 2020, sodass die Besucherzahlen um ein weiteres Drittel zurückgingen. Im Vergleich zu 2019 waren 2021 somit sogar sieben Mal weniger Menschen im Schlachthof zu Besuch.

Auch das Kurhaus und das RheinMainCongressCenter hatten 2020 ähnliche Einbußen zu verzeichnen wie Staatstheater und Schlachthof. Während im Kurhaus sowohl Aufführungs- als auch Besucherzahl 2021 wieder einen leichten Aufwärtstrend zeigten, verringerten sich die Besucherzahlen im CongressCenter jedoch nochmals um die Hälfte – und das trotz mehr Veranstaltungen als im Vorjahr.

Schwankende Zahlen für Museen – und eine Überraschung

Etwas geringer als in den Veranstaltungshäusern war der Einbruch der Besucherzahlen in den Museen. 2020 verzeichneten sowohl das Schloss Freudenberg und das Frauenmuseum Wiesbaden als auch das Stadtmuseum am Markt Rückgänge von rund 70 Prozent. Nur das Landesmuseum Wiesbaden kam mit knapp 57 Prozent Rückgang etwas glimpflicher davon. Weit auseinander gingen dafür die Zahlen im Jahr 2021. Während die Besucherzahlen in den anderen Museen erneut mehr oder weniger absackten, konnte das Schloss Freudenberg 2021 mehr als doppelt so viele Besucher begrüßen wie noch im Vorjahr.

Nicht überraschend hingegen: In der Stadtbibliothek sind – trotz insgesamt sinkender Ausleihen und Nutzerzahlen – die digitalen Ausleihen in der Corona-Zeit deutlich gestiegen. So deutlich, dass 2021 erstmals mehr Medien digital ausgeliehen wurden als analog. Waren 2019 noch knapp 200.000 von 836.000 Ausleihen digital, waren es 2021 schon knapp 300.000 von insgesamt 550.000.

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