Bilanz: Hohe Arbeitslosenzahlen nach Lockdown

Die Corona-Krise stellt Unternehmen und Beschäftigte vor große Herausforderungen. Durch den Lockdown mussten viele Wiesbadener in Kurzarbeit gehen oder haben sogar ihren Job verloren. Das Amt für Statistik zieht eine Bilanz.

Bilanz: Hohe Arbeitslosenzahlen nach Lockdown

Restaurants, Clubs und Hotels mussten schließen, einige Betriebe bekamen keine Aufträge mehr und auch sonst ging an vielen Stellen plötzlich nichts mehr — es ist keine Überraschung, dass der Lockdown die Wirtschaft hart getroffen hat. Doch wie viele Wiesbadener mussten durch die Corona-Krise in Kurzarbeit gehen und wie vielen hat der Lockdown sogar ihren Job gekostet?

2300 mehr Arbeitslose als im Vorjahr

Das Amt für Statistik und Stadtforschung hat eine Bilanz gezogen und die Zahlen aus diesem Jahr mit denen aus dem letzten Jahr verglichen. So waren im Juni insgesamt 11.795 Wiesbadenerinnen und Wiesbadener arbeitslos gemeldet. Das waren 2300 mehr als noch im selben Monat im Jahr zuvor.

Auch die Arbeitslosenquote stieg demnach an. Während sie im Juni 2019 bei 6,2 Prozent lag, stieg sie in diesem Jahr auf 7,6 Prozent an. Das ist zwar ein hoher Wert, die Rekordwerte der Finanzkrise in den Jahren 2009 und 2010 wurden bisher aber noch nicht erreicht.

Im regionalen Vergleich ist die Zahl der Arbeitslosen in Wiesbaden mit 24 Prozent am geringsten angestiegen; in Frankfurt mit 50 Prozent am stärksten. Allerdings weist Wiesbaden nach Offenbach (10,4 Prozent) die zweithöchste Arbeitslosenquote unter den Rhein-Main-Städten auf. In Mainz und Darmstadt ist sie mit 6,5 Prozent am geringsten.

Über 30.000 Wiesbadener in Kurzarbeit

Noch höher wären die Zahlen wohl, wenn es keine Kurzarbeit gegeben hätte, so das Amt für Statistik und Stadtforschung. Weil die Bundesregierung im März eine Lockerung der Voraussetzungen für den Bezug des Kurzarbeitergeldes erlassen hatte, seien viele Wiesbadener in die Kurzarbeit gegangen. Seit Beginn der Krise ist für 32.512 Personen Kurzarbeit angezeigt worden; davon 29.739 zwischen April und Juni. Laut Agentur für Arbeit seien die Werte aber vermutlich etwas zu hoch, da nicht alle Meldungen tatsächlich in Anspruch genommen wurden. (js)

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