Wie die Wiesbadener ihre Kinder noch vor der Geburt anmelden können

Namensfindung, Eltern- und Kindergeld, Versicherungen - Auf werdende Eltern kommt viel Papierkram zu. Damit nach der Geburt alles schnell geht, bietet das Wiesbadener Standesamt einen speziellen Service an, und zwar schon vor der Entbindung.

Wie die Wiesbadener ihre Kinder noch vor der Geburt anmelden können

Während in vielen Städten Eltern kurz nach der Geburt ihres Kindes jede Menge Papierkram zu erledigen haben, machen es sich die Wiesbadener ganz leicht: Sie melden ihre Kinder schon vor der Geburt beim Standesamt an - und das ist deutschlandweit nur in Wiesbaden möglich.

In Wiesbaden ganz normal

„Unser Ziel ist es, dass die Eltern, wenn überhaupt, nur ein einziges Mal zu kommen müssen.“ - Jan Klumb, Standesbeamter

Dieses Angebot hat sich die Stadt Wiesbaden vor rund zwei Jahren einfallen lassen und inzwischen ist es „Standard“ geworden. Laut Jan Klumb, Standesbeamter in Wiesbaden, nutzen fast alle werdenden Eltern die vorgeburtliche Anmeldung, weil sie dadurch viele Vorteile hätten. „Unser Ziel ist es, dass die Eltern, wenn überhaupt, nur ein einziges Mal zu kommen müssen“, sagt er. Dabei können Eltern bis zu sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin online einen Termin vereinbaren und ihr Kind vorgeburtlich anmelden.

„So kann viel Zeit gespart werden.“ - Jan Klumb

„Auf diese Weise können wir alle Unterlagen vorbereiten. Wenn das Kind geboren ist, erfahren wir das über das Krankenhaus. Wir fügen dann noch den genauen Geburtstermin, den Geburtsort und Name und Geschlecht des Kindes ein“, erklärt Klumb die weiteren Schritte. So könne in vielen Fällen schon zwei Stunden nach der Geburt alle Urkunden fertig ausgestellt werden. „Gerade, wenn ein Elternteil aus dem Ausland stammt, und wir dort eventuell noch Unterlagen prüfen lassen müssen, kann so viel Zeit gespart werden.“ Welche Dokumente Eltern zum Termin auf dem Standesamt mitbringen müssen, erfahren sie unter anderem aus der sogenannten Elternmappe, die alles Wichtige zusammenfasst.

Mehr Zeit fürs Kind

„In den Tagen rund um die Geburt drehen sich die Gedanken der Eltern zuallererst um das Kind.“ - Oliver Franz

Durch die frühe Anmeldung können Eltern sehr zeitnah ihr Kind krankenversichern und Eltern- und Kindergeld beantragen. „In den Tagen rund um die Geburt drehen sich die Gedanken der Eltern zuallererst um das Kind und nicht um Formalitäten. Da es aber nicht ganz ohne diese geht, wollen wir die Abläufe für Eltern und Kliniken vereinfachen“, begründete der zuständige Dezernent Oliver Franz die Neuregelung bei ihrer Einführung 2015.

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Den passenden Namen finden

Neben Hinweisen zu nötigen Dokumenten bietet die Elternmappe auch weitere nützliche Tipps, die kurz vor der Entbindung den Alltag erleichtern können. Weil auch das Thema „Namen“ beim Standesamt eine wichtige Rolle spielt, kommt auch dieses Thema nicht zu kurz. Wie Klumb erklärt, entscheide der Standesbeamte, ob ein Vorname zulässig ist. Dabei gelte ein Kriterium: „Das Wohl des Kindes“. Allerdings sei es eine Seltenheit, dass Namen abgelehnt werden. Zu den kuriosesten Fällen auf dem Wiesbadener Standesamt, so Klumb, habe der abgelehnte Name „Frank-Furt“ gezählt.

Wer sich mit der Wahl des Kindesnamens schwertut, oder vor dem Gang zum Standesamt prüfen will, ob ein Vorname wirklich existiert, der kann einen Kurs bei der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) belegen. An zwei Terminen im Juli dreht sich dort alles um das Thema „Der schönste Vorname für mein Kind“. Informationen zu Anmeldung den Kurszeiten gibt es online.

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