Kein „weiter so“: Mende stellt Geschäftsführer-Posten auf den Prüfstand

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende will einen Kurswechsel bei der Vergabe von Geschäftsführer-Posten in städtischen Gesellschaften. Außerdem stellt er die „Doppelspitze“ in der Geschäftsführung infrage.

Kein „weiter so“: Mende stellt Geschäftsführer-Posten auf den Prüfstand

Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) hat in der Kooperationsrunde mit SPD, CDU und den Grünen am Montag einen Kurswechsel bei der Postenvergabe in städtischen Gesellschaften veranlasst.

Wie der Oberbürgermeister erklärt, dürfe „nicht der Hauch einer parteipolitischen Einflussnahme“ entstehen, wenn es um die Besetzung von Ämtern in den städtischen Gesellschaften gehe. Konkret geht es um WJW (Wiesbadener Jugendwerkstätten), GWW (Wiesbadener Wohnbaugesellschaft), GeWeGe (Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft) und WVV (Wohnen, Versorgung, Verkehr) ein. Dort gab es in der Vergangenheit bereits häufiger Vorwürfe ebenjener Einflussnahme.

Filzbaden ein Ende bereiten

Konkret bittet Mende den Aufsichtsrat der WJW darum, von der Bestellung des bislang vorgesehenen zweiten Geschäftsführers abzusehen. Gleiches soll auch bei GWW und GeWeGe geschehen. „Zunächst muss geprüft werden, ob Gesellschaften überhaupt zwei Geschäftsführungen benötigen“, so Mende. Seiner Auffassung nach könne auch ein Prokurist das sogenannte Vier-Augen-Prinzip einhalten. „Sodann ist ein objektives und nachvollziehbares Auswahlverfahren durchzuführen, das ergebnisoffen zur Auswahl der am höchsten qualifizierten Person führt.“

„Besetzung allein aufgrund der Qualifikationen.“ - Gert-Uwe Mendne

Außerdem soll die vakante Stelle der WVV ausgeschrieben werden. Das Verfahren selbst wird dann in die Hände einer externen Personalberatung gegeben, „die dem Aufsichtsrat einen Vorschlag zur Besetzung allein aufgrund der Qualifikationen unterbreitet“, sagt Mende. Ein neues „Filzbaden“ soll so gar nicht erst entstehen können.

Neuvergabe ohne Vorbelastungen

Mende bedauert zwar, dass seine Entscheidungen zulasten von „zwei hoch qualifizierten Personen“ geht. Er betonte auch, dass damit kein negatives Urteil über die nun nicht berufenen Personen einhergehe. Vielmehr sei ein „Neustart“ vonnöten. Dadurch soll die Chance entstehen, die Auswahl der Geschäftsführungen ohne Vorbelastungen zu auszuwählen.

„Nur ein Neustart kann die Situation bereinigen.“ - Gert-Uwe Mende

Mende erklärt, dass diese Entscheidung bei Konsens über die Postenbesetzung nicht gefallen wäre. „Ich hätte die Entscheidungen im Sinne einer konstruktiven Zusammenarbeit mitgetragen.“ Doch die Personalvorschläge, die bereits vor Mendes Amtszeit eingebracht wurden, waren umstritten. „Die Debatte der vergangenen Tage zeigt, dass allein ein Neustart geeignet ist, die verfahrene Situation zu bereinigen.“ (rk)

Logo