Kaum ausgelastet - Wie die Parkhäuser in Wiesbaden attraktiver werden sollen

Während die Parkhäuser am Markt und dem Kurhaus schon morgens überfüllt sind, ist das Haus etwa am RMCC kaum belegt. Um mehr Autos in das Haus zu locken, hat die Stadt mehrere Werbemaßnahmen initiiert.

Kaum ausgelastet - Wie die Parkhäuser in Wiesbaden attraktiver werden sollen

Die Wiesbadener Innenstadt hat ein Parklatz-Problem. Rund um die Fußgängerzone gibt es kaum freie Stellflächen in den Parkhäusern und selbst wenn man einen Platz bekommt, ist dieser nicht bezahlbar. So stellt sich zumindest laut vieler Kommentare in den sozialen Medien die Parksituation in der Landeshauptstadt dar. Dass das mit der Realität jedoch nur wenig zu tun hat, erkennt man bei einem Blick auf die Auslastung der Wiesbadener Parkhäuser:

Während die Parkhäuser am Kurhaus und am Markt zu fast jeder Tageszeit nahezu voll besetzt sind, haben andere zentrale Häuser wie am RMCC, dem Mauritius-Parkhaus und der Coulinstraße selbst zu den Stoßzeiten kaum mehr als 25 Prozent Auslastung. Zudem bieten viele der Häuser günstigere Tarife als die stark angefahrenen. Merkurist hatte bereits vor einem Jahr über das Thema berichtet. Jetzt ist das Phänomen auch in der Wiesbadener Stadtpolitik angekommen. In einer Frage an den Magistrat will die Fraktion der Grünen wissen, wie die Auslastung der Parkhäuser in der Stadt besser verteilt werden kann.

Viele Parkhäuser werden privat geführt

Nur ein kleiner Teil der Wiesbadener Parkhäuser werden von der Stadt selbst verwaltet. Häuser wie das in der Coulinstraße oder am Markt sind per Pacht an private Unternehmen auf viele Jahre überschrieben. Wie diese ihre Häuser vermarkten, sei alleine ihre Aufgabe, heißt es von der TriWiCon, welche die städtischen Parkhäuser verwaltet. Zu den geringen Gastzahlen des vor zwei Jahren neu eröffneten Parkhaus in der Coulinstraße meint die Gesellschaft, dass dies auf die lange Schließungsdauer des Hauses zurückzuführen sei. Attraktiv seien die Häuser laut dem Betreiber aber allemal: „In allen Parkhäusern wurden die Stellplatzbreiten an die immer größer werdenden Fahrzeuge angepasst.“ Auch sind alle Häuser über das städtische Parkleitsystem ausgeschildert. Weitere Werbemaßnahmen, um die Parkhäuser bekannter zu machen, sind von der Stadt aber erst Mal nicht geplant.

Besonders beim Parkhaus des RMCC wird immer wieder die fehlende Auslastung bemängelt. Dabei liegt das mit 700 Parkplätzen zweitgrößte Parkhaus Wiesbadens in Gehreichweite zu Fußgängerzone und Marktplatz. 2019 hatte ein Sprecher von Contipark, dem Verwalter des Hauses, angemerkt, dass sich die Existenz des Hauses wohl noch nicht in Wiesbaden herumgesprochen habe. Um das Haus bekannter zu machen, habe man schon zahlreiche Werbemaßnahmen initiiert, so Martin Michel von Wiesbaden City Marketing. So wurden Flyer in der Innenstadt verteilt, Werbeanzeigen im Radio sowie im Netz geschaltet sowie Kunden des RMCCs bei ihrem Besuch auf die Nutzbarkeit des Parkhauses angesprochen.

Zusätzliche Ausschilderungen und Piktogramme sollen zudem Autofahrer ins Parkhaus locken. Ein wirklicher Erfolg scheint sich hier aber noch nicht einzustellen. Profitieren konnte das RMCC aber durch das stark ausgelastete Parkhaus am Kurhaus: Weil das Haus die vielen Besucher bei dortigen Veranstaltungen nicht alle unterbringen kann, fahren regelmäßig Shuttlebusse zwischen beiden Parkhäusern. (ms)

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