Wird die Wiesbadener Fußgängerzone zu selten gereinigt?

Einigen Passanten bietet sich offenbar kein schöner Anblick in der Wiesbadener Fußgängerzone. Sie beschweren sich über Müll und Dreck. Jetzt nehmen die Entsorgungsbetriebe dazu Stellung.

Wird die Wiesbadener Fußgängerzone zu selten gereinigt?

Flaschen, Zigarettenkippen und Verpackungen von „to-go“-Produkten mitten in der Innenstadt: Wiesbaden sieht sich mit einem zunehmendem Müllproblem konfrontiert (wir berichteten). Um dagegen vorzugehen, setzte die Verwaltung bereits im letzten Jahr vorübergehend auf sogenannte Umweltscouts, die – als Minijobber bei der Stadt angestellt – auf den Straßen und Plätzen im historischen Fünfeck unterwegs waren. Dort sollten sie „Aufklärung auf Augenhöhe“ leisten und die Passanten gezielt für das zunehmende Müllproblem sensibilisieren.

Doch hat sich die Maßnahme gelohnt? Einige finden, dass es aktuell nicht gut um die Sauberkeit in der Fußgängerzone steht. So wünscht sich ein Leser beispielsweise eine „Generalreinigung“ vor Ort, denn „es klebt an jeder Ecke und schlimmer…“, so sein Eindruck.

Echtes Problem oder subjektive Wahrnehmung?

Zuständig für die Reinigung der Fußgängerzone sind die Entsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden (ELW). Dort sind die Mitarbeiter täglich im Einsatz, um die Stadt sauber zu halten. Auf der Fußgängerzone liegt dabei ein besonderes Augenmerk. Wie ELW-Pressesprecher Frank Fischer gegenüber Merkurist sagt, gebe es so etwas wie eine „Generalreinigung“ zwar nicht. Jedoch liege die Zone in der höchsten Prioritätsstufe, was die Reinigungsintervalle anbelangt. „Die Fußgängerzone wird 13 Mal wöchentlich gereinigt“, so Fischer. So würden dort von Montag bis Samstag je zweimal am Tag – einmal vormittags, einmal nachmittags – und an Sonntagen einmal pro Tag Reinigungsarbeiten durchgeführt.

Doch woher kommt dann der Eindruck mancher Passanten, dass es in der Fußgängerzone nicht sauber sei? Von Seiten der ELW heißt es dazu, dass es zumindest keine belastbaren Daten gebe, was eine zunehmende Vermüllung der Fußgängerzone angeht. „Momentaufnahmen“ könnten aber sicherlich zu einer anderen subjektiven Wahrnehmung führen.

Damit weniger Abfall in der Fußgängerzone entsteht, bräuchte es unter anderem eine andere Einstellung einiger Passanten zu dem Thema, wie Umweltdezernentin Christiane Hinninger (Grüne) bereits im letzten Jahr erklärte. „Um das sogenannte Littering, also das achtlose Wegwerfen von Müll, im öffentlichen Raum einzudämmen, muss sich etwas in den Köpfen der Menschen ändern.“ Denn achtlos weggeworfener Abfall gefährde nicht nur die Gesundheit, sondern mindere auch die Attraktivität der Stadt für Bewohner und Besucher. Doch „wir wollen eine lebendige und attraktive Wiesbadener Innenstadt, in der sich alle wohlfühlen und gerne aufhalten“, so Hinninger damals.