Was mit dem Alten Arbeitsamt am Platz der Deutschen Einheit passiert

Das Alte Arbeitsamt an der Schwalbacher Straße steht schon seit vielen Jahren leer. Eigentlich war der Abriss des Gebäudes schon lange beschlossen, doch der Gestaltungsbeirat hatte sich dagegen ausgesprochen.

Was mit dem Alten Arbeitsamt am Platz der Deutschen Einheit passiert

Wenige öffentliche Orte in Wiesbaden haben sich im vergangenen Jahrzehnt so drastisch geändert wie der Platz der Deutschen Einheit. Die Bushaltestellen und die Verkehrsführung wurden komplett überarbeitet und statt der alten Verkehrsschule prägen eine Turnhalle, Geschäfte sowie eine kleine Grünanlage den Platz zwischen Innenstadt und Westend.

Als letzter Überrest der Vergangenheit steht nur noch das Alte Arbeitsamt an der Schwalbacher Straße am Platz. Schon seit 2001 wird in der Stadt diskutiert, ob das leerstehende Gebäude abgerissen werden soll. An seiner Stelle soll ein Neubau entstehen, in dem unter anderem ein Kindergarten untergebracht werden soll. Auch soll sich der Platz durch den Neubau mehr in Richtung der Schwalbacher Straße öffnen — und keine Grenze zu ihr bilden. Doch der für bauliche Fragen verantwortliche Gestaltungsbeirat hatte sich kürzlich gegen den Abriss des Arbeitsamtes ausgesprochen. Den sahen sie als unnötig an.

Kritik vom Gestaltungsbeirat

Diesem Wunsch erteilte der Magistrat jetzt aber eine klare Absage. Wie aus der Antwort einer Anfrage des CDU-Abgeordneten Hans-Joachim Hasemann-Trutzel in der Stadtverordnetenversammlung hervorgeht, würdige der Magistrat zwar die Empfehlungen des Gestaltungsbeirats. Dennoch seien sie überzeugt, dass ein Abriss des Gebäudes sowie ein Neubau besser für die Stadt seien.

Eine Zukunft des Platz der Deutschen Einheit mit dem alten Gebäude sei durchaus diskutiert worden, wie Baudezernent Hans-Martin Kessler mitteilt. „Letztlich kristallisierte sich das Szenario mit Abriss des Alten Arbeitsamtes und Öffnung des Platzes zur Schwalbacher Straße als zielführendste Variante heraus“, erklärt Kessler die Entscheidung des Magistrats.

Außerdem seien die Planungen zur Umgestaltung des Platzes bereits abgeschlossen. Wegen finanzieller Probleme konnte der Abriss jedoch bisher nicht durchgeführt werden. Zudem sei eine Machbarkeitsstudie für den Ersatzbau des Amtes erstellt worden, die demnächst vorgelegt werde, so Kessler. Nach aktuellen Schätzungen wird der Abriss des Gebäudes 460.000 Euro kosten. (ab)

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