In Wiesbaden werden bald exotische Stadtbäume gepflanzt

Bereits mehr als 600 neue Bäume stehen schon in Wiesbaden. Exotische Sorten von anderen Kontinenten sollen dabei bald das Stadtbild prägen.

In Wiesbaden werden bald exotische Stadtbäume gepflanzt

Nicht nur wo neu gebaut wurde, auch an vielen anderen Stellen in der Stadt fehlt Grün. Zu diesem Entschluss kam das Grünflächenamt vor rund zwei Jahren und hat eine Pflanzoffensive in der ganzen Stadt gestartet.

650 Bäume in zwei Jahren

„Die Fehlstellen im Stadtgebiet waren in den letzten Jahren deutlich zu sehen. Nun haben wir es geschafft, dort die alten Lücken zu schließen, wo es keine Konflikte mit Leitungen oder geänderten baulichen Situationen gab“, sagt Gabriele Wolter, Leiterin des Grünflächenamtes. In Zahlen fasst sie zusammen, dass in den letzten beiden Wintern mehr als 650 Bäume im Stadtgebiet neu eingesetzt wurden — denn die Pflanzungen seien nur in den kühlen Monaten möglich.

Zudem haben viele Stadtbäume in letzten beiden Sommern unter den extremen Temperaturen und der anhaltenden Trockenheit gelitten, erklären die Experten. Dabei treffen die Witterungsverhältnisse die Bäume in der Stadt noch stärker als den Stadtwald. Aus diesem Grund sich das Grünflächenamt zusammen mit dem Umweltamt nicht nur Gedanken über die Anzahl der Bäume gemacht, sondern auch über die Arten.

Bäume aus aller Welt

„In den kommenden Jahren werden wir immer mehr auch Exoten in unseren Straßen sehen.“ - Gabriele Wolter, Grünflächenamt

„In den kommenden Jahren werden wir immer mehr auch Exoten in unseren Straßen sehen, die aus Regionen und Gebieten stammen, die durch strenge Winterfröste und trockene heiße Sommer auf den Extremstandort Straße und Platz gut angepasst sind“, berichtet Wolter. Dabei sollen nach und nach bekannte Sorten verdrängt werden und bei Nachpflanzungen durch robustere Arten ersetzt werden.

Zudem bedürfen die neuen Bäume auch einer besonderen Pflege. Dabei spiele besonders das intensive Wässern eine große Rolle. Damit das gelingt, hat die Baumpflege des Grünflächenamtes bereits erste Veränderungen im Arbeitsablauf vorgenommen, etwa mit einem neuen Bewässerungssystem, bei dem sogenannte „Gießringe“ zum Einsatz kommen. „Mit den Ringen können wir mehrere Funktionen gleichzeitig abdecken. Einmal ist das Wässern schneller und einfacher möglich als mit den Gießsäcken. Die genaue Menge der Wassergabe ist an einer innen angebrachten Mengenanzeige ablesbar. Außerdem ist es gleichzeitig ein Schnittschutz für den jungen Baum. Die Ringe sind sehr robust, sind gegen Beschädigung weniger anfällig und sind lange Jahre einsetzbar“, erklärt Benjamin Schneider, Vorarbeiter der zuständigen Baumkolonne.

Robuste Sorten

Das System kommt jetzt zum Beispiel an der Ecke Wilhelm-Hauff-Straße/Frauenlobstraße zum Einsatz und soll dort dafür sorgen, dass ein neugepflanzter Zierkirschenbaum lange leben kann. „Die Kirschen in unterschiedlichen Arten und Sorten sind in Wiesbaden sehr robust und stehen damit auch in unserer Liste der Zukunftsbäume“, nennt Wolter die Art als Beispiel für die neuen Exoten. Aber auch aus China und Nordafrika soll es bald Pflanzen auf den Wiesbadener Straßen geben, etwa die Arten „Tilia henryana“ und „Celtis australis“.

Auch Grünflächendezernent Andreas Kowol (Grüne) ist überzeugt vom neuen Baumkonzept und will die Bäume auch finanziell fördern. „Die Mittel für die wichtige Klimaanpassungsmaßnahme 'Stadtbaum' müssen wir dauerhaft bereitstellen, sonst werden wir dem Hitzestress in den kommenden Jahren schwer etwas entgegensetzen können“, sagt er. (nl)

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