Warum das Wiesbadener Ostfeld-Projekt plötzlich wesentlich teurer wird

Die Kosten für das Wiesbadener Großprojekt Ostfeld steigen. Laut dem neuen Jahresbericht erhöht sich der Zuschussbedarf der Stadt um Dutzende Millionen Euro. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Warum das Wiesbadener Ostfeld-Projekt plötzlich wesentlich teurer wird

Das Stadtplanungsamt und die Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden (SEG) haben ihren Jahresbericht zur Entwicklung des Ostfelds vorgelegt. Daraus geht hervor, dass das Projekt für die Stadt deutlich teurer wird als bisher angenommen.

Laut dem Bericht, der an die Stadtverordnetenversammlung gerichtet ist, erhöht sich der städtische Zuschussbedarf um 76 Millionen Euro auf insgesamt 286 Millionen Euro. Als wesentliche Gründe für den Anstieg werden fallende Baulandpreise bei gleichzeitig steigenden Baupreisen genannt. Der Bericht merkt an, dass zukünftige Änderungen dieser Rahmenbedingungen den Zuschussbedarf wieder reduzieren könnten.

Bei der Betrachtung der Kosten müsse stets der Gegenwert der entstehenden Infrastruktur berücksichtigt werden. Dazu zählen Schulen, Kindertagesstätten und weitere öffentliche Einrichtungen, die durch die Entwicklungsmaßnahme finanziert und so den städtischen Haushalt entlasten. Im Ostfeld sollen Wohnraum für rund 10.000 Menschen, Arbeitsplätze sowie unter anderem 60 Kita-Gruppen, zwei Grundschulen und zwei weiterführende Schulen entstehen.

Planungen für BKA-Campus und Infrastruktur schreiten voran

Trotz der Kostensteigerung wurden im vergangenen Berichtszeitraum wichtige Grundlagen für das Projekt geschaffen. So wurden Vergabeverfahren für die städtebauliche Rahmenplanung sowie für zahlreiche Fachexperten aus den Bereichen Wasser, Klima und Mobilität durchgeführt. Zudem legte die zuständige Kommission Ostfeld Varianten für ein nachhaltiges Energie- und Wasserkonzept fest.

Auch vorbereitende Maßnahmen wie die Kampfmittelräumung und archäologische Grabungen wurden fortgesetzt, ebenso wie der Grunderwerb durch die SEG. Die Zusammenarbeit mit dem Bund für den neuen Behördenstandort des Bundeskriminalamtes (BKA) im Norden des Gebiets wurde ebenfalls weitergeführt. Der Bericht wird nach der Vorlage beim Magistrat im Oktober und November den betroffenen Ortsbeiräten vorgestellt.