Wiesbaden ist teuer aber lebenswert

Die aktuelle Studie des Amtes für Stadtforschund und Statistik befasst sich mit den Themen Wohnzufriedenheit und Wohkostenbelastung. Was bei der Befragung „Leben in Wiesbaden 2018“ herausgekommen ist, lest Ihr hier.

Wiesbaden ist teuer aber lebenswert

Die Wiesbadener leben gerne in ihrer Stadt. Das geht aus der aktuellen Bürgerumfrage „Leben in Wiesbaden“ hervor. Rund 80 Prozent der Befragten unterschreiben diese Aussage. Doch beim Thema Wohnkosten fällt das Urteil der Bewohner nicht so positiv aus.

Laut der Studie, deren Ergebnisse in dieser Woche vorgestellt wurden, empfinden die Wiesbadener die Belastung durch Wohnkosten als überdurchschnittlich hoch. Laut Statistischem Bundesamt fühlten sich 2017 13 Prozent der Deutschen stark und knapp 30 Prozent nicht belastet durch die monatlichen Wohnkosten. In Wiesbaden hingegen gaben im vergangenen Jahr 20 Prozent der Teilnehmer an, dass sich durch die Kosten ihrer Wohnung stark belastet würden. Nur 22 Prozent spürten keine Belastung. Betrachtet man nur die Antworten der Wiesbadener, die zur Miete wohnen, fällt das Ergebnis noch drastischer aus: 29 Prozent spüren eine große Belastung, nur 16 Prozent fühlen keine.

Unterschiede in den Stadtteilen

Schaut man sich die Befragungsergebnisse für die verschiedenen Stadtteile an, zeigt sich ein starkes Gefälle in der subjektiven Belastung. So scheinen die Einwohner der nordöstlichen Vororte Rambach, Heßloch, Kloppenheim und Igstadt kaum eine Belastung durch Wohnkosten zu spüren. Gleiches gilt für den Bereich Westend/Bleichstraße. Weniger als 20 Prozent gaben an, einer großen Belastung ausgesetzt zu sein.

Auf der anderen Seite stehen die Einwohner von Dotzheim. Hier gaben 43 Prozent an, dass sie durch ihre Wohnkosten einer starken Belastung ausgesetzt seien. In Sonnenberg machten 41 Prozent der Teilnehmer diese Aussage. Gut die Hälfte aller Mieter in Wiesbaden spürt zumindest „eine gewisse Belastung“.

Teuer aber lebenswert

Trotz der erneut leicht gestiegenen Wohnkostenbelastung leben rund 80 Prozent der Befragten gerne in Wiesbaden. Nur 6 Prozent würde gerne einen anderen Wohnort in der Region wählen, 10 Prozent lieber ganz woanders in Deutschland wohnen. Die Untersuchung hat außerdem gezeigt, dass die Zufriedenheit mit dem Alter steigt. Die Verfasser der Studie können aber nur mutmaßen, warum das so ist, denn nach den Gründen wurde nicht gefragt.

Möglich sei, dass jüngere Menschen noch nicht in der Stadt „angekommen“ seien und ältere Einwohner besser eingelebt seien. Ein höheres Alter der Befragten setzt aber nicht unmittelbar auch eine lange Wohndauer in Wiesbaden voraus. Im Hinblick auf die wachsenden Studierendenzahlen ist es der Stadt aber ein Anliegen, die Zufriedenheit bei den jüngeren Einwohnern anzuheben, zumal der Zufriedenheitswert seit 2014 gesunken ist.

Ähnlich wie bei der Wohnkostenbelastung unterscheidet sich auch die Zufriedenheit mit dem Wohnort nach Stadtteilen. In den östlichen Vororten ist sie mit bis zu 89 Prozent sehr hoch, in den Ortsbezirken Mitte und Westend/Bleichstraße mit 66 Prozent und 62 Prozent deutlich geringer.

Die Studie „Leben in Wiesbaden 2018“ wurde vom Wiesbadener Amt für Statistik und Stadtforschung durchgeführt. Hier könnt Ihr Euch die Ergebnisse der Befragung noch einmal im Detail ansehen. (nl)

Logo