Wiesbadener demonstrieren gegen Thüringer Ministerpräsidenten-Wahl

Teilnehmer behindern Pressevertreter

Wiesbadener demonstrieren gegen Thüringer Ministerpräsidenten-Wahl

Am Mittwochabend haben sich spontan mehrere Menschen vor dem Wiesbadener Rathaus versammelt. Mehrere Parteien hatten dazu aufgerufen und beteiligten sich an dem Protest gegen die Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen.

„Der sofortige Rücktritt des FDP Ministerpräsidenten von Höckes Gnaden und Neuwahlen sind unausweichlich!“, erklärte die Wiesbadener Linke dazu auf ihrer Facebook-Seite. Auch Mitglieder der SPD und Grünen waren vor Ort, um ihrem Ärger über das Ergebnis Luft zu machen.

Wie die Polizei erklärt, hatten sich zwischen 19:15 Uhr und 20 Uhr etwa 40 Personen auf dem Schlossplatz versammelt. Die Versammlungsleiterin gab an, man wollte seine Sorge über die politische Entwicklung im Hinblick auf die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen zum Ausdruck bringen. Laut Polizei kam es zu keinen besonderen Vorkommnissen, da sich die Versammlungsteilnehmer „ausgesprochen kooperativ und diszipliniert“ verhielten.

Auf einem Live-Video eines Online-Nachrichtenportals ist jedoch zu sehen, wie Demonstrationsteilnehmer vereinzelt einen Pressevertreter am Filmen hindern wollen. Der Mann wurde regelrecht vertrieben und begab sich daraufhin in das Rathaus.

Hintergrund

In Thüringen wurde am Mittwoch FDP-Kandidat Thomas Kemmerich zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Er setzte sich mit einer Stimme Vorsprung im dritten Wahlgang gegen Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) durch. Möglich wurde der Sieg durch die Stimmen der AfD, die — obwohl sie mit Christoph Kindervater einen eigenen Kandidaten im Rennen hatten — geschlossen für den FDP-Mann stimmte. Kemmerlich betont, nicht mit der AfD zusammenarbeiten zu wollen. (nl)

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