Welche Probleme es auf Wiesbadens Spielplätzen gibt

Auf Spielplätzen sollen sich Kinder ungestört austoben können. Damit das auch so bleibt, kümmern sich in Wiesbaden zehn Spielplatzbetreuer darum, dass die Plätze sauber und sicher bleiben. Einige Probleme fallen ihnen dabei besonders auf.

Welche Probleme es auf Wiesbadens Spielplätzen gibt

Schaukeln, rutschen, rumtoben: Ungefähr so sieht ein guter Tag auf dem Spielplatz aus. Kinder sollen dort unbeschwert und vor allem ungestört spielen und Spaß haben können. Das scheint aber nicht auf jedem der rund 150 Wiesbadener Spielplätze immer möglich zu sein.

Erst vor Kurzem hat die CDU im Ortsbeirat Rheingauviertel/Hollerborn in einem Antrag die Zustände auf dem Spielplatz am Wallufer Platz kritisiert. Dort würden „lärmende, Alkohol und Drogen konsumierende Jugendliche“ nachts „zerbrochene Flaschen, Unrat“ und Müll hinterlassen, was für spielende Kinder gefährlich sei. Deshalb fordert die Fraktion einen Spielplatzwärter für den Platz, der dort 20 Stunden pro Woche nach dem Rechten sieht.

Spielplatzbetreuer sorgen für Sauberkeit und Sicherheit

Solche Spielplatzbetreuer gibt es in Wiesbaden schon seit 2013. Im Rahmen des „Arbeitsmarktprojekts Spielplatzbetreuung“ werden Arbeitssuchende auf besonders stark genutzten Spielplätzen eingesetzt, um wieder in einem sozialversicherungspflichtigen Job arbeiten zu können. Sie pflegen das Spielplatzgelände, kümmern sich um die Spielgeräte, sind für die Toiletten zuständig und sollen auch als Ansprechpartner für Eltern, Kinder und andere Spielplatzbesucher dienen. Aktuell arbeiten insgesamt zehn Betreuer auf elf Spielplätzen in der Stadt. Sieben in Vollzeit und drei in Teilzeit. Gibt es auf den Spielplätzen der Stadt wirklich so viele Probleme?

Typische Herausforderungen auf Spielplätzen

„In den Abendstunden und am Wochenende kommt es an manchen Plätzen zu einer starken Vermüllung, insbesondere auf den Kinderspielplätzen, bei denen ein Grillplatz angrenzt“, erzählt Marcus Gromotka, von den BauHaus Werkstätten, die das Projekt umsetzen. Ansonsten gebe es immer wieder kleinere Verstöße gegen die Spielplatzregeln: Manchmal werde mit dem Fahrrad gefahren, Alkohol getrunken oder Eltern würden ihrer Vorbildfunktion nicht nachgehen und rauchen. Ab und zu hätte man auch Probleme mit Vandalismus und Drogen. Daran habe sich in den vergangenen Jahren nicht viel verändert

„Ein fester Ansprechpartner vor Ort kann hier vieles bewirken.“ - Marcus Gromotka

Die Spielplatzbetreuer würden viele Probleme aber lösen, bevor sie größer werden können. Alles, was in der Nacht auf dem Spielplatz hinterlassen wurde, entsorgen die Betreuer noch bevor die ersten Kinder auf den Spielplatz kommen, erklärt Gromotka. Sie sorgen dafür, dass die Regeln eingehalten werden und sind Ansprechpartner, sollte es zu Auseinandersetzungen kommen. Die Drogenszene würden sie allein durch ihre Anwesenheit stören. „Ein fester Ansprechpartner vor Ort kann hier vieles bewirken: Der Spielplatzbetreuer, der im Notfall ein Pflaster zur Hand hat, kleine Streitigkeiten schlichtet oder einfach da ist, beobachtet und ‘seinen Platz’ im Blick hat“, so Gromotka. Das sei nicht nur in akuten Fällen hilfreich, sondern wirke auch präventiv. (ts)

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