Energiekrise: Welche Maßnahmen werden in Wiesbaden jetzt ergriffen?

Einige Städte ergreifen erste Maßnahmen, um der Energiekrise entgegenzuwirken: In Schwimmbädern wird die Temperatur gesenkt, öffentliche Beleuchtung gedrosselt. Was ist in Wiesbaden geplant?

Energiekrise: Welche Maßnahmen werden in Wiesbaden jetzt ergriffen?

Wegen steigender Energiepreise ergreifen die ersten Städte drastische Maßnahmen: Brunnen werden am Abend abgeschaltet, die Wassertemperatur in Schwimmbädern gedrosselt und die Fassadenbeleuchtung an historischen und öffentlichen Gebäuden wie Rathäusern, Kirchen und den städtischen Museen abgeschaltet. „Die Lage ist ernst“, sagte etwa die Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber kürzlich. Sie erwarte ein „böses Erwachen spätestens bei der Abrechnung“.

Wie steht es um Wiesbaden?

Die Stadt Wiesbaden hat im Jahr 2021 etwa 7,2 Millionen Euro für Strom und rund 5,1 Millionen Euro für Gas, Öl und Fernwärme aufgewendet, wie ein Stadtsprecher auf Anfrage erklärt. Um einem „bösen Erwachen“ vorzubeugen, kümmert sich die Stadt bereits jetzt um erste Maßnahmen. So sei inzwischen der „Energienotstand“ ausgerufen worden. Es würden bereits Einsparvorschläge diskutiert, die dann nach Freigabe durch die Politik umgesetzt werden sollen. Basis der Diskussion sei das Schreiben des Deutschen Städtetags mit Einsparvorschlägen, so der Sprecher. Dazu gehören unter anderem die Außenbeleuchtung repräsentativer öffentlicher Gebäude abzuschalten, die Raumtemperaturen in Verwaltung, Schulen und weiteren öffentlichen Einrichtungen ab Beginn der Heizperiode zu senken oder auch den Betrieb von individuellen mobilen Elektroheizgeräten ab Beginn der Heizperiode zu untersagen.

Doch mit was müssen die Wiesbadener nun konkret rechnen? „Aufgrund der aktuellen Entwicklungen gehen wir für dieses Jahr von einem Preisanstieg aus“, sagt der Stadtsprecher. Die Stadt Wiesbaden sei jedoch über ihren Energieversorger ESWE bei der Beschaffung von Strom, Gas und Fernwärme langfristige Lieferverträge eingegangen. So sei das aktuell verwendete Erdgas zum Teil bereits vor zwei bis drei Jahren gekauft worden. Etwas abgefedert worden sei auch der Anstieg des Strompreises durch die vollständige Absenkung der EEG-Umlage, so der Sprecher. Davon profitierten die Bürger ebenso wie die Stadt Wiesbaden.

Die Stadt plant jedoch auch auf langfristige Sicht, etwas gegen die steigenden Energiepreise zu tun. So würden momentan neue „Leitlinien“ zum ökologischen Bauen erarbeitet oder aber auch in Photovoltaikanlagen investiert. „Zusätzlich wurde mit dem aktuellen Haushalt ein ‘Klimabudget’ bereitgestellt, das Baumaßnahmen zur energetischen Ertüchtigung im Bereich städtischer Gebäude unterstützt“, so der Stadtsprecher. Aber auch jeder einzelne Bürger könne dabei helfen, Energie einzusparen. Um hier Hilfestellung zu geben, biete die Klimaschutzagentur Wiesbaden kostenlose Online-Veranstaltungen an.

Zudem würden auf der Webseite proklima-wiesbaden.de Aktionen vorgestellt, zu deren Gelingen jeder einzelne beitragen und dabei noch Geld sparen könne, erklärt der Stadtsprecher. Zusätzlich diene der Umweltladen als Anlaufstelle für Interessierte zu allen wichtigen Fragen rund um den Umwelt- und Naturschutz und das Thema Nachhaltigkeit sowie Energie.

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