Schere zwischen Arm und Reich in Wiesbaden besonders groß

Die sozialen Unterschiede scheinen in Wiesbaden besonders groß zu sein - das zeigt sich im Vergleich mit anderen Städten im Rhein-Main-Gebiet.

Schere zwischen Arm und Reich in Wiesbaden besonders groß

Auf der einen Seite schicke Stadtvillen, auf der anderen Seite Plattenbau: Die Kluft zwischen Arm und Reich ist groß in Wiesbaden. Wie groß sie ist, zeigt sich in der Sozialraumanalyse 2019 der Stadt. Daraus geht hervor, dass die sozialen Unterschiede in Wiesbaden im Vergleich zu anderen Städten besonders groß sind.

Der Schein trügt

„Viele sehen Wiesbaden als Stadt der Reichen und Wohlhabenden, man sieht teure Autos und Villen, dabei gibt es auch viele Menschen, denen es nicht so gut geht.“ - Christoph Manjura, Sozialdezernent

„In Wiesbaden sieht man viele Leute, denen es gut geht“, sagt Sozialdezernent Christoph Manjura. „Viele sehen Wiesbaden als Stadt der Reichen und Wohlhabenden, man sieht teure Autos und Villen, dabei gibt es auch viele Menschen, denen es nicht so gut geht.“ Während beispielsweise in Sonnenberg und Rambach 3,4 Prozent der Einwohner Hartz IV oder Sozialhilfe beziehen, sind es im Schelmengraben über 30 Prozent. Ähnlich groß sind die Unterschiede in der Arbeitslosenquote, die in den nordöstlichen Stadtteilen bei rund 3 Prozent liegt und im Schelmengraben und im Inneren Westend, bei rund 12.

Im direkten Vergleich zu anderen Städten in der Umgebung zeigt sich sogar, dass die Schere zwischen Arm und Reich in Wiesbaden besonders groß ist. So beziehen in Wiesbaden mit 15,3 Prozent viel mehr Menschen Sozialhilfe, als in Mainz (10 Prozent), Darmstadt (11,7 Prozent) und Frankfurt (13 Prozent). Auch die Arbeitslosenquote ist in Wiesbaden höher als in den anderen Städten.

Kinderarmut besonders hoch

Besonders gravierend sieht es aber bei der Kinderarmutsquote aus. In Wiesbaden müssen 23,6 Prozent der Kinder unter 15 Jahren Sozialgeld beziehen. Das sind mehr als in Frankfurt, Darmstadt und Mainz. Im inneren Westend lebt sogar über die Hälfte der Kinder in einem Haushalt, der auf finanzielle Hilfe angewiesen ist. Nur Offenbach schneidet in allen Punkten schlechter ab, als Wiesbaden. Gleichzeitig ist aber das Pro-Kopf-Einkommen in Wiesbaden mit 22.928 Euro mehrere Hundert Euro höher, als in den anderen Städten. Das Sozialdezernat will jetzt einen Maßnahmenkatalog erstellen, um die soziale Ungleichheit in Wiesbaden abzumildern. (ms)

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