Am Mittwoch, 20. Mai, sind rund 650 Einsatzkräfte in ganz Hessen gegen Sozialkriminalität und organisierte Strukturen vorgegangen. Der großangelegte Einsatz wurde vom Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) geleitet.
Der Aktionstag richtete sich insbesondere gegen den Missbrauch staatlicher Leistungen, reisende Täter, Wohnungseinbrüche, illegale Beschäftigung, Scheinselbstständigkeit und kriminell erlangtes Vermögen. Kontrolliert wurde unter anderem im öffentlichen Raum in Wiesbaden, Frankfurt und Kassel sowie auf den Autobahnen. Ebenso kontrolliert wurde in Gaststätten, Glücksspielbetrieben, Barbershops, Wohnobjekten sowie weiteren gewerblich genutzten Einrichtungen.
Spezialisierte Einsatzkräfte überprüften laut dem HLKA insbesondere hochwertige Fahrzeuge und „öffentlich zur Schau gestellte Vermögenswerte mutmaßlicher Straftäter“. Außer der hessischen Polizei waren auch der Zoll, die Staatsanwaltschaft Frankfurt, die Steuerfahndung und Mitarbeiter der Jobcenter beteiligt.
Rolls-Royce und Mercedes in Wiesbaden beschlagnahmt
In der Wiesbadener Innenstadt kontrollierten die Einsatzkräfte demnach einen 54-jährigen Mann, der in einem Rolls-Royce Spectre unterwegs war. Bei ihm fanden die Beamten eine Luxusuhr im Wert von rund 60.000 Euro sowie etwa 15.000 Euro Bargeld. Wegen des Verdachts der Geldwäsche beschlagnahmte die Polizei den Rolls-Royce im Wert von rund 390.000 Euro, eine Mercedes G-Klasse im Wert von circa 130.000 Euro, die Uhr und das Bargeld.
Insgesamt kontrollierten die Behörden hessenweit 1071 Personen und 92 Fahrzeuge. Sie fertigten 32 Strafanzeigen, stellten über 68 Ordnungswidrigkeiten fest und nahmen sechs Personen vorläufig fest. Vermögenswerte von insgesamt rund 700.000 Euro wurden gesichert.
Hessens Innenminister Roman Poseck erklärte dazu: „Wir lassen nicht zu, dass Menschen auf Kosten des Staates leben und gleichzeitig mit Luxusautos prahlen. Das ist Betrug am redlichen Bürger und gleichzeitig eine Provokation gegenüber unserem Rechtsstaat.“
HLKA-Präsident Daniel Muth machte deutlich: „Unser Signal ist klar: Hessen ist kein Rückzugsraum für Täter.“ Weitere Aktionstage dieser Art sollen folgen.