Neues Quartiershaus in Wiesbaden eröffnet

In Klarenthal Nord liegt der Schwerpunkt zunächst auf Begegnung, Information und Beteiligung.

Neues Quartiershaus in Wiesbaden eröffnet

In Klarenthal Nord hat ein neues Quartiershaus eröffnet. Wie die Stadt Wiesbaden mitteilt, ist es nach den Standorten im Dichterviertel/Rheingauviertel und im Schelmengraben der dritte Pilotstandort, der in diesem Jahr an den Start geht. Ein vierter Standort am Gräselberg ist in Vorbereitung.

Die Quartiershäuser sollen Beratung, Begegnung, Pflege, Teilhabe und nachbarschaftliche Unterstützung im Stadtteil besser miteinander verbinden. Sie richten sich vor allem an ältere Menschen, Menschen mit Unterstützungs- oder Pflegebedarf sowie deren Angehörige. „Mit dem dritten eröffneten Quartiershaus wird sichtbar, dass wir konkrete Antworten auf den demografischen Wandel in den Stadtteilen schaffen – und nicht nur auf dem Papier“, sagt Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher. Viele Menschen wollten auch im Alter in ihrem gewohnten Umfeld bleiben.

In Klarenthal Nord liegt der Schwerpunkt zunächst auf Begegnung, Information und Beteiligung. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit der Stadt mit der Nassauischen Heimstätte (NHW). Das Volksbildungswerk Klarenthal (VBW) bietet Kurs- und Bildungsangebote, die Johanniter sind mit einem Mittagstisch beteiligt. Der Pflegebaustein wird aktuell noch aufgebaut.

Eine zentrale Anlaufstelle im Quartier

Das Quartiershaus soll als erste, niedrigschwellige Anlaufstelle dienen. Ältere Menschen oder ihre Angehörigen müssen bei Fragen zu Pflege, Alltagshilfen oder Einsamkeit nicht mehr selbst herausfinden, welche Stelle zuständig ist. Stattdessen werden von dort aus passende Angebote wie Beratungsstellen, Pflegedienste oder nachbarschaftliche Hilfen vermittelt.

„Ein Quartiershaus muss aus dem Stadtteil heraus wachsen“, betont Dr. Becher. „Deshalb ist die Beteiligung der Menschen vor Ort so wichtig.“ Bei der Eröffnung hatten Anwohner die Möglichkeit, auf einer Ideenwand eigene Anregungen einzubringen.

Jeder Standort hat eigene Anforderungen

Auch die beiden anderen Standorte sind bereits angelaufen. Im Dichterviertel/Rheingauviertel liegt der Fokus auf offener Altenarbeit, digitaler Teilhabe und Beratung. Im Schelmengraben werden soziale Arbeit, Beratung, Pflegebausteine und ein Mittagstisch miteinander verknüpft.

„Jeder Standort hat eigene Voraussetzungen und eigene Bedarfe. Genau darin liegt die Stärke des Modells“, so die Sozialdezernentin. Grundlage des Projekts ist ein Stadtverordnetenbeschluss aus dem Mai 2023. Während einer dreijährigen Pilotphase werden die Standorte nun ausgewertet. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für eine mögliche Ausweitung des Modells dienen.