Ein besonderer Buchladen hat in Wiesbaden eröffnet

Der „Bücherbasar“ bietet Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen eine regelmäßige Beschäftigung. Gefüllt wurde er mit gespendeten Büchern. Davon profitieren sowohl die Kunden, als auch die Mitarbeiter.

Ein besonderer Buchladen hat in Wiesbaden eröffnet

Meterlange Bücherreihen, Regale, Tische und Boxen, vollgestopft mit Büchern. Der Geruch von alten Seiten und vielen Geschichten schwängert die Luft — ein wahres Büchermeer erwartet die Besucher im „Bücherbasar“ auf 350 Quadratmetern. Er befindet sich in der Anna-Birle-Straße 3 in Mainz-Kastel und hat seit dem 27. Januar geöffnet. Der Hauptinitiator, der Verein Werkgemeinschaft, der sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen einsetzt, rief das Projekt mit Unterstützung des Landeswohlfahrtsverbands Hessen, der Stadt Wiesbaden und der Sozialorganisation „Aktion Mensch“ ins Leben.

„Die Menschen sollen hier Gemeinschaft erleben, sich gebraucht fühlen.“ - Dennis Jankowski, Bereichsleiter Werkgemeinschaft

Das Konzept

Das Projekt bietet beeinträchtigten und behinderten Menschen eine regelmäßige Beschäftigung, täglich an maximal drei, wöchentlich bis zu 15 Stunden. Sie bereiten gespendete Bücher auf, stehen den Kunden bei Fragen zur Verfügung und sind dafür zuständig, zu kassieren. Allerdings sei das eigentliche Ziel hinter dem „Bücherbasar“ ein anderes: „Die Menschen sollen hier Gemeinschaft erleben, sich gebraucht fühlen“, erklärt Dennis Jankowski, Bereichsleiter der Werkgemeinschaft.

Zunächst habe man sich um die Planungssicherheit gesorgt, da die Teilnehmer, wie das Personal hier genannt wird, ihre Arbeitszeit sehr flexibel und sehr spontan einteilen können. Positiv sei die Erkenntnis, dass die Teilnehmer sehr zuverlässig seien und über herausragende Fähigkeiten verfügten. So habe beispielsweise ein Mitwirkender das Logo des Bücherbasars entworfen. „Das schafft Selbstbewusstsein und die Teilnehmer merken, dass sie gesehen werden“, so Jankowski.


„Wir sind überwältigt von der Vielzahl an Spenden und sehr dankbar dafür.“ - Dennis Jankowski

Von Sachbüchern über Krimis, wissenschaftlicher Literatur, Bildbänden bis hin zu Kinder- und Kochbüchern, gibt es beim „Bücherbasar“ keine Genre-Grenzen. Außerdem wird das Angebot um Schallplatten, CDs, DVDs und Spiele ergänzt. Die Bücher können für Preise zwischen ein und drei Euro erworben werden. „Wir sind überwältigt von der Vielzahl an Spenden und sehr dankbar dafür“, sagt Jankowski. Bücherspenden aller Bereiche werden auch weiterhin gerne angenommen, denn das Sortiment ändert sich mit Spenden und Käufen ständig. Als Bücherspender kann man hier somit sowohl etwas für die Nachhaltigkeit, als auch für die sozial sinnvolle Weiterverwendung tun.

Als weiteres Ziel setzt sich der Verein ein Lesercafé, das direkt neben dem „Bücherbasar“ eröffnen und für noch mehr Inklusion sorgen soll. „Bücher sind hierfür ein gutes Medium“, erzählt Jankowski. Außerdem seien für die Zukunft Kunstausstellungen, Lesungen und Konzerte geplant. „So kann dieser Ort zu einem Treffpunkt werden, wo Austausch stattfinden kann zwischen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung.“, erklärt Jankowski. Eine offizielle Eröffnungsfeier des Bücherbasars ist für den 26. März geplant.

Der „Bücherbasar“ ist montags bis donnerstags von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. (ts/ms)

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