Betrug? Warum Spendensammler vom Roten Kreuz auch nach 20 Uhr klingeln

Auch in den Abendstunden sind Spendensammler an Wiesbadener Haustüren unterwegs. Wegen Berichten über Betrüger zeigen sich viele Bürger aber misstrauisch.

Betrug? Warum Spendensammler vom Roten Kreuz auch nach 20 Uhr klingeln

„Trickbetrüger bestehlen Senioren“ - „Falsche Mitarbeiter von Hilfsorganisationen ergaunern Spenden“ - Solche oder ähnliche Meldungen hört man fast täglich. Auch in Wiesbaden gibt es viele dieser Straftaten zum Nachteil älterer Menschen. Das führt bei vielen Menschen zu Misstrauen vor Fremden, die unangekündigt an der Tür klingen, wie etwa Merkurist-Leser Günter.

Unangekündigter Besuch

Nach 20 Uhr sei vor seiner Wohnung in Biebrich eine Person aufgetaucht, die sich als Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ausgab um Spenden zu sammeln. „Aus Vorsicht wiesen andere Hausbewohner und ich ihn ohne Umschweife an der Tür ab“, berichtet er. Um sicher zu gehen, dass sich der Mann auch wieder entfernte, durchsuchte ein Mitbewohner den Keller und Flur des Wohnhauses.

Tatsächlich war das vorsichtige Misstrauen der Biebricher unbegründet. „Es ist richtig, dass wir derzeit im Bereich Biebrich Werbung für Fördermitgliedschaften durchführen“, erklärt Manfred Stein vom DRK Wiesbaden. Damit man auch jemanden an der Wohnung antreffe, werden die Besuche an den Haustüren in den Sommermonaten so lange durchgeführt, wie es draußen hell ist. Um die Mitarbeiter als solche zu identifizieren, gibt Stein jedem einen von ihnen unterzeichnete Vollmacht mit. Diese solle man sich immer in Verbindung mit einem Personalausweis vorzeigen lassen.

Misstrauen grundsätzlich nicht falsch

Das Misstrauen, das die Biebricher gezeigt haben, sei grundsätzlich aber nicht falsch, erklärt Michaela Plock, Sprecherin der Polizei. Besonders wenn diese unangemeldet kommen, sei Vorsicht geboten. Betrüger, die sich als Mitarbeiter von Hilfsorganisationen ausgeben, seien in Wiesbaden zwar nicht üblich. Häufiger würden falsche Handwerker oder vermeintliche Mitarbeitet von Stadtwerken versuchen, die Wiesbadener zu betrügen. Daher rät die Polizei in solchen Fällen die folgenden Schritte:

  • Lassen Sie nur selbst bestellte oder angekündigte Handwerker in die Wohnung

  • Behördenvertreter oder Mitarbeiter von Hilfsorganisationen vor der gesicherten Tür warten lassen und selbst deren Dienststellen oder Organisationen anrufen. Die Telefonnummern dazu selbst raussuchen.

  • Bei Unsicherheiten den Notruf der Polizei unter 110 anrufen. (js)

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