Für die diesjährigen Sommerferien kommt Wiesbadens neuer Wasserspielplatz wohl noch zu spät. Nachdem dessen Eröffnung in den Reisinger Anlagen zuletzt erneut verschoben werden musste, hält die Stadt nun einen Starttermin im Laufe des August für denkbar. Das teilt sie auf Anfrage gegenüber Merkurist mit. Dazu brauche es einen reibungslosen Ablauf der technischen und wasserhygienischen Kontrollen.
Stadt antwortet auf Bedenken
Während sich viele Kinder vermutlich dennoch auf den neuen Spielplatz freuen werden, gibt es bei anderen Sorge vor einem erhöhten Unfallrisiko und vor Vandalismus. In der schriftlichen Antwort auf die Fragen von Merkurist versucht die Stadtverwaltung, die Bedenken aufzulösen.
Das Unfallrisiko auf Wasserspielplätzen sei nicht höher als auf gewöhnlichen Spielplätzen. Alle Spielgeräte würden sicherheitstechnisch geprüft. Baulich werden ein rutschhemmender Bodenbelag verlegt sowie tiefe Wasserflächen vermieden, so die Stadt. Für den Betrieb verspricht sie regelmäßige Sichtkontrollen, Wartung sowie Reinigung. Zudem habe man sich Erfahrungen aus anderen Städten wie Mainz eingeholt.
Warum die Reisinger Anlagen?
Die Stadtverordnetenversammlung und der Ortsbeirat Mitte haben sich im Jahr 2019 für die Reisinger Anlagen als Standort entschieden. Im dicht besiedelten Stadtteil gebe es einen erheblichen Bedarf an Spielplätzen, erklärt die Stadt. Mit Gründung der heutigen Kindertagesstätte „Rosel und Josef Stock“ hatten die Reisinger Anlagen ihren bisherigen Spielplatz verloren. Für einen Wasserspielplatz habe man sich entschieden, um ein konkretes und kostenloses Angebot zur Abkühlung in der Innenstadt zu schaffen.
Auf die Frage, wie die Stadt die Wahrnehmung der Reisinger Anlagen als „Drogenpark“ bewerte, antwortet sie lediglich, dazu mit der Polizei im Austausch zu stehen. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen zumindest, das die Belebung des öffentlichen Raums – Stichwort soziale Kontrolle – dabei helfen kann, das Geschäft mit Drogen lokal zurückzudrängen.
Wie wird vor Vandalismus geschützt?
Für die Zeit nach Inbetriebnahme kündigt die Stadtverwaltung mehr Polizeistreifen an als bisher. So soll möglicher Vandalismus verhindert werden. Hinzu komme die Kontrolle bei der täglichen Reinigung. Eine nächtliche Beleuchtung sei indes nicht vorgesehen. Auch wolle man keine Kameras aufstellen. Tatsächlich gilt das Filmen von Kindern als besonders heikel. Das Bundesdatenschutzgesetz sieht stattdessen vor, zuerst mildere Mittel zum Schutz einer öffentlichen Anlage anzuwenden.
Wie viel Wasser wird verbraucht?
Für die Wasserattraktionen sollen einmalig 26 Kubikmeter Wasser zur Verfügung stehen. Ähnlich wie in Schwimmbädern soll das Wasser nicht „verbraucht“, sondern gereinigt und im Kreislauf wiederverwendet werden. So gehe nur Wasser verloren, welches verdunstet oder durch das Spielen die Fläche verlässt. Die jährlichen Betriebszeiten sind noch nicht festgelegt, sollen sich aber an den Schwimmbädern orientieren, teilt die Stadt mit.