So dringend hat Wiesbaden den Regen gebraucht

Nach einigen heißen Tagen mussten die Wiesbadener am Freitag den Sonnen- gegen den Regenschirm tauschen. Doch was Freibadliebhaber ärgert, freut die Natur, die dringend Wasser gebraucht hat.

So dringend hat Wiesbaden den Regen gebraucht

Fast 20 Waldbrände hat es in den vergangenen zwei Wochen in Hessen gegeben. Auch in Wiesbaden litten viele Grünflächen unter der Hitze, die Temperaturen von knapp unter 40 Grad mit sich brachte. So kam es vor rund zwei Wochen zu einem Flächenbrand auf dem Gelände der Clay-Kaserne in Erbenheim und nicht zuletzt sorgte ein Grünschnittbrand auf der Deponie in Amöneburg am Mittwoch für stundenlangen Gestank durch Rauch in mehreren Stadtteilen (wir berichteten).

Nicht umsonst also, rief das Land Hessen während der ersten Hitzeperiode des Sommers Alarmstufe A aus, wenn es um das Thema Waldbrandgefahr ging. Während sich Sonnenanbeter und Schwimmbadgänger über das sonnige Wetter zu Beginn der Schulferien freuten, dürstete es der Natur nach Wasser. Und das kam am Freitag in Form von kräftigen Gewittern.

30 Feuerwehreinsätze am Freitag

Die Feuerwehr berichtete am Abend, dass es alleine um die Mittagszeit zu rund 30 Einsätzen kam, die auf das Wetter zurückzuführen waren. Dazu gehören klassischer Weise vollgelaufene Keller oder umgeknickte Bäume. Um bei solchen Wetterlagen auf zusätzliche Notrufe schnell reagieren zu können, so erklärt die Feuerwehr, gebe es einen permanenten Austausch mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD), der auch am Freitag vorab vor dem Unwetter über Wiesbaden warnte.

Durch die starken Regenfälle konnte auch die Alarmstufe A des Landes aufgehoben werden. Nachdem Anfang der Woche das Feuerwerk der Gibber Kerb aus Brandschutzgründen wegen der Trockenheit abgesagt wurde, gab das Ordnungsamt am Freitag bekannt: Das Highlight beim Schiersteiner Hafenfest kann am kommenden Monat wie geplant stattfinden. Dennoch wird die Feuerwehr verstärkt auf dem Festgelände unterwegs sein, um auf jede Wetterlage am Rheinufer schnell reagieren zu können.

Auswirkungen auf Wasserpegel

Auch Gärtner rund um Wiesbaden können sich freuen. Nach der regenarmen Zeit wurden Beete und Gärten am Freitag im Dauerregen wieder richtig durchnässt. Ein einfacher Regenschauer reicht nämlich oft nicht, um die Böden richtig zu durchwässern, stattdessen verdunstet das Wasser an der Bodenoberfläche oft schneller, als die Pflanzen es aufnehmen können. Ähnlich ist es auch mit dem Rheinpegel.

Der lag in der vergangenen Woche auf Höhe von Mainz und Wiesbaden bei knapp drei Metern. Im letzten Jahr musste die Schifffahrt auf dem Rhein eingestellt werden, als der Pegel nur noch knapp über zwei Metern lag. Das Hochwassermeldeamt prognostiziert nach des Regen am Wochenende, dass der Pegel vorerst nicht mehr weiter sinken wird. Dennoch: Weil der Sommer noch lange nicht vorbei ist, drohen kleine Flüsse und Bäche noch immer auszutrocknen. Seit Anfang Juli gilt deshalb ein Verbot, an Bächen und Flüssen in Wiesbaden Wasser (etwa für Gartenarbeiten) zu entnehmen. Auch das Grillverbot auf öffentlichen Grillplätzen, das die Stadt bereits ausgesprochen hat (wir berichteten), ist noch nicht wieder aufgehoben. (ms)

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