RKI-Schätzung für Hessen: So viele Hitzetote wie noch nie

Das Robert Koch-Institut schätzt, dass in Hessen bereits mehr Menschen durch Hitze gestorben sind als im bisherigen Rekordjahr 2018. Auch bundesweit gibt es einen neuen Höchststand.

RKI-Schätzung für Hessen: So viele Hitzetote wie noch nie

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in diesem Jahr in Hessen bereits rund 1.350 Menschen infolge der Hitze gestorben.

Damit liege die Zahl der Hitzetoten schon jetzt über dem bisherigen Höchststand aus dem gesamten Jahr 2018, in dem rund 1.070 Todesfälle verzeichnet worden seien. Rechnerisch entfielen im laufenden Jahr damit 21,5 hitzebedingte Todesfälle auf 100.000 Einwohner in Hessen. Im Rekordjahr 2018 habe dieser Wert bei 17,2 gelegen.

Auch deutschlandweit sei ein neuer Rekord erreicht worden. Bis zum 19. Juli schätze das RKI die Zahl der hitzebedingten Todesfälle auf rund 9.800. Der bisherige Höchststand aus dem gesamten Jahr 2018 habe bei etwa 9.000 gelegen.

Hitzewelle Ende Juni Hauptgrund

Laut dem Robert Koch-Institut handelt es sich bei den Zahlen um statistische Schätzungen. Hitze werde auf dem Totenschein nur selten als direkte Todesursache angegeben. Meist führe die Kombination aus hohen Temperaturen und bestehenden Vorerkrankungen zum Tod. Daher wendet das Institut ein statistisches Modell an, das Sterbefallzahlen und Wetterdaten auswertet, um die hitzebedingte Übersterblichkeit zu schätzen.

Besonders betroffen seien Menschen ab 75 Jahren. Als Hauptgrund für die bereits jetzt extrem hohe Zahl an Todesfällen in diesem Jahr nennt das RKI die Hitzewelle in der zweiten Junihälfte. Damals seien die Temperaturen vielerorts auf bis zu 40 Grad gestiegen, was allein zu mehr als 5.000 der bundesweiten Todesfälle geführt habe.