Das steckt hinter der Kampagne „AfD - nur die Spitze des Eisbergs“

Unter dem Namen „Bündnis gegen Rechts“ haben sich mehrere Organisationen aus Wiesbaden und Umgebung zusammengeschlossen. Sie wollen am Freitag mit einer Großdemo gegen eine AfD-Veranstaltung im Kurhaus demonstrieren.

Das steckt hinter der Kampagne „AfD - nur die Spitze des Eisbergs“

Die AfD hat für Freitagnachmittag den Abschluss ihrer Wahlkampfkampagne für die hessische Landtagswahl im Wiesbadener Kurhaus angekündigt. Als die Partei den Termin vor rund einem halben Jahr bekannt gab, fanden sich viele Wiesbadener zusammen, die dagegen protestieren wollten.

Zusammenschluss aus vielen Organisationen

„Wir wollen keine politische Richtung vorgeben.“ - Moderatorin Leila Haas

Knapp 20 Organisationen aus dem Rhein-Main-Gebiet, darunter unter anderem der Wiesbadener Schlachthof, die Kreativfabrik und der Flüchtlingsrat, haben sich nun zusammengeschlossen. Am Freitag wollen sie mit einer Großdemonstration in der Wiesbadener Innenstadt gegen die AfD-Veranstaltung protestieren. „Aber wir wollen keine politische Richtung vorgeben“, sagt Leila Haas, die bei der Demo die Moderation übernehmen wird. Stattdessen wolle man darauf aufmerksam machen, dass sich rassistische und populistische Gedanken und Handlungsansätze, die häufig der AfD zugeschrieben werden, auch in anderen Parteien und in vielen Gesellschaftsschichten wiederfinden. „Daher der Name Nur die Spitze des Eisbergs“.

Michael Wilk vom Arbeitskreis Umwelt Wiesbaden (AKU) ist einer der Redner, der bei der Demo ans Mikrofon treten will. Er erklärt, dass viele Organisationen aus dem gemeinsamen „Bündnis gegen Rechts“ die Befürchtung haben, dass politische Themen wie Finanzen, Bildung, Umwelt und auch Wohnungsbau, im aktuellen Wahlkampf kaum Berücksichtigung finden, weil der Fokus der Wähler zu stark auf das Thema Flüchtlingspolitik gelenkt würde.

„Ich habe mir genau dazu einmal das Wahlprogramm der AfD durchgelesen“, sagt Ines Welge vom hessischen Flüchtlingsrat. Sie kann mehrere Punkte aufzählen, die sie für kritisch hält - etwa weil die AfD auf konsequente Abschiebung setze. „Durch diese Politik werden Menschen abgeschoben, die schon lange bei uns integriert sind - und zwar in Länder, die nicht eindeutig als sicher gelten“, sagt sie. Einige Beispiele will sie bei ihrer Kundgebung erläutern.

Keine Politiker-Reden

Aber auch andere Sprecher, etwa aus Gewerkschaften oder auch von der Seenotrettung haben sich angemeldet. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, keine Politiker sprechen zu lassen“, erklärt Wilk. Stattdessen wolle man Probleme der Gesellschaft aufzeigen und als Solidaritätsbündnis auftreten.

„Wir freuen uns über die Unterstützung von Museum und Theater.“ - Reinhard Treue, Community for all

Ein gemeinsames Treffen ist für den Nachmittag ab 15:30 Uhr am Wiesbadener Hauptbahnhof angesetzt. „Wir werden uns dort erst einmal alle versammeln“, lädt Redner Reinhard Treue von „Community for all“ aus Darmstadt Interessierte ein. Bis der Demonstrationszug etwa eine Stunde später startet, treten am Treffpunkt die Band Absinto Orkestra und der Singer Songwriter David Rovies auf. Gemeinsam will die Gruppe dann über Bahnhofs-, Rhein- und Wilhelmstraße zum Bowling Green marschieren. „Wir freuen uns auch über die Unterstützung von Museum und Theater, die entlang der Strecke liegen“, sagt Treue. An beiden Gebäuden sollen große Banner ausgerollt werden, um die Demo optisch zu unterstützen. Vor dem Kurhaus sollen dann bis etwa 19 Uhr noch Kundgebungen folgen.

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