Wie der Wiesbadener Shayan Garcia zum YouTube-Star wurde

Shayan Garcia ist ein YouTube-Star. Der Wiesbadener hat über 500.000 Abonnenten und lebt mittlerweile von seinen Videos. Dabei hat seine Karriere über einen Zufall begonnen.

Wie der Wiesbadener Shayan Garcia zum YouTube-Star wurde

Shayan Garcia ist 31 Jahre alt, gebürtiger Wiesbadener, noch immer in seiner Heimatstadt zuhause — und YouTube-Star. Dabei startete seine Karriere mehr oder weniger durch einen Zufall, wie er im Gespräch mit Merkurist erzählt.

„Ich wollte meinen Freunden ein Video per Whatsapp schicken. Damals durften die Videos aber höchstens eine Minute lang sein. Meins war eine Minute und 12 Sekunden.“ 12 Sekunden, die sein Leben verändern sollten. Stattdessen entschied er sich nämlich dafür, das Video auf seiner Facebook-Seite zu veröffentlichen. „Ich hatte damals 60 Freunde bei Facebook und dachte ich lade es einfach da hoch, dann sehen es halt ein paar mehr.“

Per Zufall zum Internet-Star

In dem Video schilderte Shayan eine Beobachtung aus einem Restaurant. „Ich habe mitbekommen wie sich zwei Menschen über den Kellner aufgeregt haben. Und das fand ich so witzig, dass ich das einfach wiedergegeben habe“, sagt er. Was er da noch nicht wusste: Er postete das Video nicht privat, sondern öffentlich, sodass es von jedem gefunden werden konnte — und das wurde es auch.

„Ich habe erst gedacht, das wäre ein Virus.“ - Shayan Garcia

Nach rund sechs Stunden wurde der Clip 400.000 Mal aufgerufen, hatte 6000 Kommentare. „Außerdem hatte ich plötzlich 2000 Nachrichten — ich habe erst gedacht, das wäre ein Virus“, lacht Shayan. „Aber damit hat das für mich begonnen.“

Und so zog es ihn dann auf die Videoplattform „YouTube“. Dort ist er seitdem mit dem Format der Straßenumfrage erfolgreich. In seinen Videos sieht man Shayan etwa in der Wiesbadener Fußgängerzone, wie er fremden Menschen eine provokante Frage stellt. Daraus entwickeln sich oft irrwitzige Unterhaltungen, die der gelernte Mediengestalter geschickt lenkt und dadurch amüsante Antworten aus seinen Gesprächspartnern herauskitzelt.

„Manchmal schockieren mich die Antworten. Da kommen Sachen, damit rechnest Du nicht.“ - Shayan Garcia

Wen er für seine Videos anspricht, entscheidet Shayan spontan. „Ich mache das ja jetzt seit zwei Jahren und da bekommt man ein gewisses Gespür dafür“, sagt er. Kleidung, Gang, Verhalten und Aussehen spielen dabei eine Rolle für seine Auswahl. „Manchmal schockieren mich die Antworten aber auch, da kommen dann Sachen, damit rechnest Du nicht.“ Aus den Umfragen entstehen dann rund zehnminütige Videos, hinter denen aber viel mehr Arbeit steckt, als es für die Zuschauer ersichtlich ist. „Wenn man richtig schnell ist, fließen etwa 15 Stunden in ein Video. Andere brauchen, je nachdem wie viel zum Beispiel noch im Schnitt zu tun ist, 20 bis 25 Stunden“, erklärt der YouTuber.

Spaß muss es machen

Seine Videos verbreiten sich schnell, werden vor allem von Jugendlichen angeschaut. Daher hat Shayan Ende des vergangenen Jahres auch beschlossen, behutsamer zu veröffentlichen. „Ich habe gemerkt ich bin ja doch nicht so klein, wie ich dachte. Das gucken schon einige Leute und da hat man auch eine gewisse Vorbildfunktion“, sagt er. Deshalb will er nun nicht mehr um jeden Preis Klicks abräumen, sondern etwas strenger filtern. „Aussagen über Sexualität, Religion oder Politik gibt es bei mir nicht. Da haben einige Leute schon echt krasse Sachen erzählt“, sagt er. „Es soll einfach Spaß sein, Unterhaltung und über solche Sachen macht man sich nicht lustig.“

„Wenn die Leute ihre Sorgen vergessen und lachen, dann macht mich das glücklich.“ - Shayan Garcia

Shayan hofft, damit sowohl Jung als auch Alt vor seinen Videos versammeln zu können. Er will die Menschen zum Lachen bringen: „Jeder hat Probleme. Aber wenn die Leute mit meinen Videos auch nur für zehn Minuten ihre Sorgen vergessen können und lachen, dann macht mich das glücklich.“

Für seine Videos war Shayan schon in vielen Großstädten unterwegs. Am liebsten ist er aber in Frankfurt und Wiesbaden. „Ich liebe Wiesbaden, den Dialekt, das Flair“, sagt er. Daher will er auch weiterhin in Wiesbaden wohnen bleiben. „Die Architektur ist schön, die Gebäude, hier gibt es außerdem viel Grün“, schwärmt er. „Ich bleibe hier.“ Hier hat er auch seine eigene Firma gegründet, beschäftigt Kameraleute und Cutter, hat ein eigenes Management. Einen anderen Job brauche er dabei nicht, mittlerweile kann er alleine von seinen Videos leben, vereint auf seinen Social-Media-Kanälen insgesamt über eine Million Follower.

Für 2020 hat der YouTuber bereits viele Videos in der Hinterhand. Außerdem hat er vor kurzem gemeinsam mit dem Comedian Nizar einen eigenen Podcast gestartet. „Es ist auf jeden Fall Einiges geplant für dieses Jahr“, sagt er, bevor es ihn wieder nach draußen zieht. „Wir machen heute wieder eine Straßenumfrage in Wiesbaden“, verabschiedet er sich. (ms)

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