Wie Technik den Alltag von Wiesbadener Senioren erleichtert

Smart Home Systeme und künstliche Intelligenz werden auch in der Pflege immer interessanter. Die Wiesbadener Senioren interessieren sich vor allem für kleine Hilfen im Alltag.

Wie Technik den Alltag von Wiesbadener Senioren erleichtert

Die eigene Oma mit Smartphone in der Hand? Früher ein seltenes Bild, heute sieht man jedoch immer häufiger Menschen über 60, die mit ihren Enkeln facetimen oder mal schnell eine WhatsApp verschicken. Dass die Digitalisierung aber nicht nur dafür gut ist, Kontakt mit der Familie zu halten, zeigt sich in sogenannten altersgerechten Assistenzsystemen (AAL). Smart Home Systeme sollen Senioren dabei helfen, ihren Alltag alleine zu bewältigen.

„Ich könnte mir vorstellen, dass das ESWE-System Potential hat, da es durch die Smartphonekoppelung das Mediaverhalten der Angehörigen trifft.“ - Martin Biehl, Leitung Pluspunkt Erbenheim

Martin Biehl von der Bildungs- und Begegnungsstätte Pluspunkt in Erbenheim, findet solche Systeme interessant. Bei Pluspunkt treffen sich täglich Menschen über 55 Jahren, um sich auszutauschen, Vorträge anzuhören, Theaterstücke zu sehen oder auf Reisen zu gehen. ESWE Versorgung will seinen eigenen Smart Home Assistenten im März in der Begegnungsstätte vorstellen. Der ESWE Familien Assist soll für Sicherheit im Alltag von Senioren sorgen.

Über eine Smartphone App werden Angehörige ganz automatisch darüber informiert, wenn ein allein lebender Mensch Hilfe braucht. Dafür sind festgelegte Tagesabläufe im System vorinstalliert. Werden diese Abläufe unterbrochen, geht das System davon aus, dass der Bewohner Hilfe braucht. Ein Notrufknopf, den der Hilfebedürftige selbst drücken müsste, wird also nicht mehr gebraucht.

Wiesbadener Senioren sind interessiert

Zwar würden solche Assistenzsysteme bei den Besuchern von Pluspunkt nicht im Fokus stehen, weil sie in ihrer Freizeit noch sehr agil seien, Biehl sieht aber einen Vorteil darin. „Ich könnte mir vorstellen, dass das ESWE-System Potential hat, da es durch die Smartphonekoppelung das Mediaverhalten der Angehörigen trifft.“ Die automatischen Meldungen würden Kindern und Enkeln ein Gefühl von Sicherheit geben, weil sie sofort darüber informiert werden, wenn etwas nicht stimmt. Biehl vermutet, dass es vor allem die Angehörigen sind, die ein solches System anschaffen würden.

„Es ist im Kommen.“ - Nicole Bruchhäuser, Amt für Soziale Arbeit

Doch es geht auch eine Nummer kleiner. Nicole Bruchhäuser vom Amt für Soziale Arbeit betreut die Dauerausstellung „Belle Wi - barrierefrei wohnen und leben“. Dort können sich Senioren darüber informieren, wie sie ihren Alltag einfacher gestalten können. Besonders interessiert seien die Wiesbadener Senioren an kleinen elektrischen Hilfen. „Da geht es oft um Funkmatten, Ortungssysteme, elektrische Deckelöffner oder Notrufsysteme“, erklärt sie.

Auch nach „Alexa“ werde immer wieder gefragt. Senioren können den Sprachassistenten von Amazon unter anderem dazu nutzen, das Licht anzumachen, den Fernsehsender zu wechseln, die Heizung höher zu drehen oder sie an ihren nächsten Arztbesuch zu erinnern. Und das alles, ohne aufzustehen und Tasten drücken zu müssen, denn „Alexa“ hört auf Befehle. Komplexere Systeme wie der ESWE Assistent seien aber selten Thema. Dafür würden sich eher die Angehörigen interessieren. „Aber es ist im Kommen", so Bruchhäuser. Übrigens auch bei Menschen mit Behinderung.

Weitere Infos gibt es hier

Über Assistenzsysteme informieren können sich Interessierte in der Dauerausstellung „Belle Wi - besser barrierefrei wohnen und leben“, dienstags von 14 bis 18 Uhr und donnerstags von 11 bis 15 Uhr in der Föhrer Straße 74. ESWE Versorgung sucht außerdem 100 Freiwillige, die das eigene System Familien ASSIST kostenfrei ausprobieren. Das Unternehmen Lebensstil digital informiert zum Thema „Alexa“ als altersgerechtes Assistenzsystem und CareView will technische Lösungen für Einzelpersonen und ganze Quartiere finden.

Logo