Wiesbadener Busfahrer unterbricht Fahrt und lässt Fahrgäste wortlos zurück

Anfang Oktober unterbrach ein Wiesbadener Busfahrer seine Fahrt, verließ für mehrere Minuten seinen Bus und ließ seine Passagiere ohne Erklärung im Bus zurück. Merkurist hat bei der ESWE nachgefragt, was hinter dem skurrilen Vorfall steckt.

Wiesbadener Busfahrer unterbricht Fahrt und lässt Fahrgäste wortlos zurück

Ein Bus der Linie 8 Richtung Eigenheim hat Mitte Oktober seine Fahrt ohne Erklärung des Busfahrers unterbrochen. Laut einer Merkurist-Leserin, die selbst im Bus saß, ereignete sich der Vorfall kurz nach 8 Uhr auf Höhe der Kreuzung Kaiser-Friedrich-Rings/Biebricher Allee. „Der Busfahrer zog seine Jacke an und verließ ohne ein Wort den Bus,“ beschreibt die Leserin gegenüber Merkurist die damalige Situation. „Alle Fahrgäste blickten sich verwirrt an.“

„Aufwühlendes“ und „ärgerliches“ Erlebnis

Die Leserin habe zunächst an einen Busschaden gedacht. Der Busfahrer sei dann jedoch mit seinem Smartphone in der Hand in die Biebricher Allee gelaufen. Auf Höhe des „Motel One“ habe er sich dann mit einem Fahrradfahrer und einem Autofahrer unterhalten. Zudem habe er telefoniert. Wie die Leserin gegenüber Merkurist angibt, vermutete sie in dem Moment, dass der Busfahrer bei einem Autoschaden unterstütze und vielleicht in verwandtschaftlichem Verhältnis zu einem der beiden unbekannten Männern stehen könnte.

Schlussendlich habe der Fahrer die Fahrt nach zehn Minuten fortgesetzt. Bis dahin hätten sich viele Fahrgäste jedoch bereits zu Fuß auf den Weg zum Hauptbahnhof gemacht. „Es war ein zutiefst aufwühlendes als auch überaus ärgerliches Erlebnis.“ Doch warum hat der Busfahrer nun seinen Bus überhaupt verlassen?

Busfahrer kam Dienstpflicht nach

Wie ESWE-Pressesprecher Micha Spannaus auf Anfrage mitteilt, sei besagter Busfahrer Zeuge eines Unfalls am Kreuzungsbereich geworden. Der Busfahrer habe den Bus daraufhin verlassen, um seine Personalien zu hinterlassen. „Unsere Fahrer sind im Zusammenhang mit Unfällen per Dienstanweisung dazu verpflichtet, Angaben zur eigenen Person zu machen,“ so Spannaus.

Über die Unterbrechung der Fahrt sei die ESWE direkt unterrichtet worden. „Was unser Kollege jedoch in der Aufregung der Situation vergessen hatte, ist, auch die Fahrgäste über die Fahrtunterbrechung zu informieren,“ so Spannaus. Die ESWE habe den Fahrer schließlich im Nachhinein auf seine Informationspflicht gegenüber den Fahrgästen aufmerksam gemacht.

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