Immer häufiger werden Radfahrer von plötzlich aufgestoßenen Autotüren verletzt. Ein solcher Unfall wird als Dooring bezeichnet (Englisch door = Tür). Die Stadt Wiesbaden hat deshalb Flächen zwischen Parkplätzen und Radwegen eingerichtet, die solche Unfälle verhindern sollen. Merkurist-Leser G.B. hat daraufhin die Frage gestellt, warum dieser Bereich im Parkstreifen und nicht im Radweg platziert worden sei. Stimmt die Frage überhaupt?
Der Dooring-Bereich
Der Dooring-Bereich beschreibt einen „Sicherheitstrennstreifen", der zwischen Parkstreifen und Radweg mit zwei dicken weißen Linien begrenzt wird, und zusätzlich schraffiert ist. Das signalisiert das Parkverbot auf diesem Bereich. Gedacht ist die Zone für die aufschwingende Autotür und ist innerorts ca. 0,75 Meter breit.
„Eigenständiger Zwischenbereich“
Entgegen der Leser-Meinung stellt ein Sprecher des Tiefbauamtes, das für die Flächenmarkierungen zuständig ist, klar, dass die Zone „weder als Teil des Parkstreifens noch des Radweges, sondern als eigenständiger Zwischenbereich angelegt“ worden sei. Woher genau die so neu ausgezeichnete Fläche ursprünglich stammt, lässt diese Aussage offen.
Klarer Standard für mehr Sicherheit
Aber aus Sicht des Radfahrer- Interessenverbandes ADFC ist die Sache klar: „Die Autotür gehört zum Fahrzeug.“ Demnach sei es sinnvoll, dass der Dooring-Bereich dem ruhenden Verkehr zuzuordnen sei, sagt ein ADFC-Sprecher gegenüber Merkurist. Eine Verlagerung des Bereichs in die Radwege würde die Fahrbahn verringern, was nicht sinnvoll wäre.
Außerdem erinnert der Sprecher daran, dass der empfohlene Sicherheitsabstand zu parkenden Autos für Radfahrer ohnehin bei 1 bis 1,5 Meter läge. Damit bliebe die Dooring-Zone noch deutlich unter der Empfehlung. Radfahrer sollten also trotz Dooring-Bereich vorausschauend fahren und Abstand halten. Aufgrund der Verletzungs- oder Lebensgefahr sollten Fahrradfahrer die Dooring-Zonen in keinem Fall befahren.
Am Ende bleibt festzuhalten, dass die Einrichtung der Dooring-Zonen nicht zu weniger Parkplätzen geführt hat, aber die Zahl von lebensgefährlichen oder sogar tödlichen Unfällen mit Fahrradfahrer-Beteiligung deutlich senken kann.