So kommt der neue Platz der Deutschen Einheit bei den Wiesbadenern an

Der frisch begrünte Quartiersplatz soll den Wiesbadenern eigentlich, gemeinsam mit anderen Maßnahmen, ein gutes und sicheres Gefühl geben. Hat sich tatsächlich etwas an der Atmosphäre verändert?

So kommt der neue Platz der Deutschen Einheit bei den Wiesbadenern an

Seit rund einer Woche können die Wiesbadener den neu angelegten Quartiersplatz am Platz der Deutschen Einheit betreten. Wo zuvor noch ein Bauzaun den frisch ausgerollten Rasen schützen musste, hält jetzt nichts mehr davon ab, über den Rasen zu laufen, oder sich auf einen der Steine zu setzen.

Der Grund für die Umgestaltung ist der schlechte Ruf des Platzes. Immer wieder berichteten Wiesbadener davon, sich dort wegen alkoholisierter Menschen und Müll nur ungern oder gar nicht aufhalten zu wollen. Um das zu ändern, wurde der Quartiersplatz nicht nur neu begrünt, er wird auch häufiger gesäubert und öfter von der Polizei bestreift. Die Stadt hofft, dass all diese Maßnahmen die Aufenthaltsqualität am Platz der Deutschen Einheit wieder verbessern. Klappt das?

Das sagen die Wiesbadener

„Man merkt, dass hier was getan wird.“ - Joshua

Viele Wiesbadener finden die Veränderung gut. „Ist sehr schön“, sagt Najima, die jeden Tag über den Platz der Deutschen Einheit zur Arbeit läuft. Und auch Joshua gefällt der Platz, wie er heute aussieht. Er wohnt in der Nähe und kommt jeden Tag mit seiner Hündin Laila vorbei. „Vorher bin ich jeden Tag mit dem Auto zum Neroberg hochgefahren, jetzt können wir hier morgens spazieren gehen“, sagt er. Nicht nur die grüne Wiese gefällt den beiden, sondern auch, dass es sauberer ist. „Man merkt, dass hier was getan wird.“

„Wir überlegen sogar, hier nächste Woche mit den Kindern Eisessen zu gehen.“ - Ronja

Ganz ähnlich geht es Selma und Ronja. Die beiden gehen ebenfalls täglich mit Kindern der nahe gelegenen Krippe am Quartiersplatz vorbei. „Früher sind wir immer schnell vorbeigehuscht“, sagt Selma. „Jetzt gehen wir hier gerne lang.“ „Wir überlegen sogar, hier nächste Woche mit den Kindern Eisessen zu gehen“, fügt Ronja hinzu.

„Jetzt sieht es hier vielleicht ganz gut aus, aber im Sommer hängt hier ein Volk rum.“ - Karl-Heinz

Doch es gibt auch Gegenstimmen. Susanne und Karl-Heinz, die schon seit Jahren in der Nähe wohnen, sind noch immer nicht gut auf den Platz zu sprechen. „Jetzt sieht es hier vielleicht ganz gut aus, aber im Sommer hängt hier ein Volk rum“, beschwert sich Karl-Heinz. Die beiden sehen vor allem abends immer noch viel Müll auf dem Boden herumliegen. „Es hat sich nicht viel verändert“, sagt Susanne.

Und auch Merkurist-Leserin Lore, die den Platz eigentlich toll findet, schließt sich an: „Ich bin letzte Woche dort vorbei gelaufen und musste feststellen, dass bereits leere Plastikflaschen und Becher dort lagen, obwohl das Gelände noch gesperrt war“, erzählt sie. „Diese Mentalität kotzt mich an!!!“

Weitere Maßnahmen geplant

Sorgen wie die von Karl-Heinz, Susanne und Lore berücksichtigt auch die Stadt. Denn die Veränderungen am Platz der Deutschen Einheit sind noch lange nicht abgeschlossen. In einem Bericht zum aktuellen Stand der Maßnahmen spricht das Bauamt auch von künftigen Ideen.

In Sachen Sauberkeit wollen die Entsorgungsbetriebe der Stadt am Ende des Jahres eine Bilanz ziehen, um dann über weitere Maßnahmen nachzudenken. Außerdem will das Bauamt eine öffentliche Toilette am Platz anbringen. Auch die Toilette in der geplanten „BackWerk“-Filiale am Faulbrunnenplatz um die Ecke soll dann für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Ein großer Kritikpunkt am Platz war immer auch das Thema Sicherheit. Die Stadtpolizei bespreche dahingehend auch weiterhin, noch mehr Personal am Platz einzusetzen. Auch die Landespolizei wolle häufiger nach dem Rechten sehen. Um Menschen am Platz zu helfen, könnten in Zukunft auch Sozialarbeiter eingesetzt werden.

Und auch die Umgestaltung der Elly-Heuss-Schule könnte dazu beitragen, dass sich viele Wiesbadener in Zukunft auch im Dunkeln etwas sicherer fühlen können. Denn im Zuge des Neubaus der Schule soll auch die Beleuchtung der Schule erweitert werden. (nl/ts)

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