Kaum Messer gefunden: Linke wollen Waffenverbotszone wieder abschaffen

Am ersten Wochenende, an dem die Waffenverbotszone in Wiesbaden galt, kontrollierte die Stadtpolizei über 190 Personen. Da dabei kaum Waffen gefunden wurden, fordern erste Kritiker, die Zone wieder abzuschaffen.

Kaum Messer gefunden: Linke wollen Waffenverbotszone wieder abschaffen

Seit dem ersten Januar ist Wiesbaden die erste hessische Stadt, in der eine Waffenverbotszone gilt. Zwischen 21 und 5 Uhr dürfen seitdem in der Fußgängerzone sowie im inneren Westend keine Hieb- und Stichwaffen mehr getragen werden. Das Verbot soll in erster Linie Personenkontrollen durch die Stadt- und Landespolizei erleichtern.

Wie diese aussehen, hatte die Stadtpolizei am vergangenen Wochenende demonstriert. Unter den Augen vieler Fernsehkameras patroulierten über dreißig Sicherheitsleute in der Wiesbadener Innenstadt. Trotz des kalten Januarwetter kontrollierten die Polizisten fast 200 Personen. Die Bilanz viel aber eher mager aus, lediglich fünf Messer konnten in der nacht zu Samstag sichergestellt werden.

Eingriff in die persönliche Freiheit

Das nüchterne Ergebnis ruft daher die ersten Kritiker auf den Plan, die den Zweck der Verbotszone bezweifeln. „Während die Wohnungseinbrüche in Wiesbaden ständig steigen und wir unsere Polizisten an allen Ecken und Enden gebrauchen könnten, müssen diese nächtelang unbescholtene Personen kontrollieren und durchsuchen,“ meint Ingo von Seemen, Sprecher der Linken in Wiesbaden. Für ihn seien die Kontrollen ein klarer Eingriff in die persönliche Freiheit. Wenn die dann auch noch zu 97 Prozent ohne Ergebnis bleiben, sei das ein klares Zeichen dafür, die Zone wieder abzuschaffen.

„Die meisten Wiesbadener haben keine Waffen bei sich.“ - Ingo von Seemen

Für die geringe Ausbeute in der ersten Januarwoche machte die Stadtpolizei auch das kalte und ungemütliche Wetter verantwortlich. Der Leiter der Stadtpolizei, Hans-Peter Erkel, kündigte an, bei zukünftigen Kontrollen mit weniger Personal zu agieren. Dass das schlechte Wetter für die magere Ausbeute angegeben wird, ist für von Seemen falsch: „Ich bin mir sicher, dass Kriminellen recht egal ist, ob es nun kalt oder warm ist, in wenigen Monaten heißt es wohl als Ausrede, es sei zu warm“, meint der Politiker. Dass bei den Kontrollen keine Waffen gefunden wurden, zeige laut von Seemen lediglich, dass Wiesbadener einfach keine Waffen bei sich tragen.

Ordungsdezernent Oliver Franz (CDU) sieht die ersten Kontrollen in der Wiesbadener Innenstadt trotz nur fünf gefundener Messer dennoch positiv. Die Zone würde das Sicherheitsgefühl in der Stadt stärken, was die positive Resonanz der Bürger bestätige.

(ts)

Logo