Neue Schutzgeld-Masche in Wiesbadener Parkhäusern?

Ein Leser berichtet von einem Erpressungsversuch in einem Parkhaus in Wiesbaden. Was Stadt und Polizei zur potenziellen Schutzgeld-Masche sagen.

Neue Schutzgeld-Masche in Wiesbadener Parkhäusern?

Eine beunruhigende Beobachtung schildert ein Leser, die er offenbar in einem Wiesbadener Parkhaus gemacht hat. Er sei von einer Person angesprochen worden, die ihm für die Zahlung von zwei Euro versprochen habe, auf sein Auto aufzupassen. Um seinem kuriosen Angebot Nachdruck zu verleihen, habe der Unbekannte noch hinzugefügt, dass es doch sicherlich schäde wäre, wenn dem Auto etwas passieren würde.

Verstärkte Kontrollen und präsentes Personal

Doch was ist dran an dieser angeblichen Schutzgeld-Masche? Weder der Stadtpolizei noch der WiBau, die unter der Marke „Lilienparken“ fünf städtische Parkhäuser betreibt, seien Fälle bekannt, bei denen Kunden in der beschriebenen Weise zur Zahlung von Geld aufgefordert oder bedroht wurden. Daher könne man auch keine Häufung solcher Vorfälle feststellen. Auch Hinweise auf Fahrzeugbeschädigungen, die mit einer verweigerten Geldzahlung in Verbindung stehen, liegen den Behörden nicht vor.

Um die Sicherheit in den Parkhäusern zu gewährleisten, setze die Stadt generell auf verschiedene Maßnahmen. Wie die Pressestelle mitteilt, sind die von der WiBau betriebenen Parkhäuser zwischen 6 und 22 Uhr mit Personal besetzt. Nachts fänden regelmäßige Kontrollfahrten statt und die meisten Parkhäuser würden über Rolltore verfügen, die abends schließen. Auch die Stadtpolizei sei bei ihren Streifenfahrten regelmäßig in den städtischen Parkhäusern unterwegs. Dabei treffe man gelegentlich auf obdachlose oder drogenabhängige Personen, die dann des Ortes verwiesen würden. Bedrohungen oder Vandalismus habe man aber nicht festgestellt.

Speziell im Parkhaus am Luisenplatz habe die WiBau nach der Übernahme Anfang 2024 die Präsenz und die Kontrollen „deutlich verstärkt“, anfangs sogar mit zusätzlichem Sicherheitspersonal rund um die Uhr. Die Situation habe sich dadurch bereits „deutlich verbessert“. Dennoch nehme man die aktuellen Hinweise ernst und habe die Mitarbeiter sowie die Sicherheitskräfte entsprechend sensibilisiert.

Polizei bittet um sofortige Meldung

Auch die Polizeidirektion Wiesbaden betont, dass ihr ein solches Vorgehen nicht bekannt sei. Zwar sei die Polizei nicht primär für die Sicherheit innerhalb der Parkhäuser zuständig – dies sei Aufgabe des Betreibers –, doch der Luisenplatz und das zugehörige Parkhaus würden generell regelmäßig kontrolliert. Stadtführer

Die Polizei richtet einen klaren Appell an die Bevölkerung: Bürger, die von einer solchen Vorgehensweise betroffen sind, sollen sich bei der örtlich zuständigen Polizeidienststelle melden. Nur mit einer Anzeige könnten entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Je nach Äußerung und Androhung könnten dabei auch Straftatbestände erfüllt sein.