Der hessische Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) hat eine Debatte über bessere Zugangskontrollen zu Bahnsteigen an großen Bahnhöfen angestoßen. Wie das Hessische Wirtschaftsministerium mitteilt, sollen künftig nur noch Personen mit einem gültigen Fahrschein Zugang zu den Gleisen erhalten.
Hintergrund des Vorstoßes sind die aktuellen Diskussionen über mehr Sicherheit im Bahnverkehr sowie gestiegene Anforderungen an den Schutz von Fahrgästen und Personal. „Wenn wir Sicherheit im Bahnverkehr stärken wollen, dürfen wir uns nicht nur auf technische Detailfragen konzentrieren, sondern müssen auch über die Zugangssituation an den Bahnhöfen sprechen“, so Mansoori bei der Verkehrsministerkonferenz in Lindau.
Hessen hatte dort vorgeschlagen, dass Bund und Länder gemeinsam prüfen, ob an Bahnhöfen bauliche Zugangsbarrieren eingeführt werden können. „In vielen Ländern ist es längst Standard, dass nur Menschen mit gültigem Fahrschein auf den Bahnsteig kommen“, so Mansoori. Der Vorschlag wurde auf der Konferenz kontrovers diskutiert, eine Einigung kam jedoch nicht zustande.
Frankfurt als Knotenpunkt im Fokus
Besonders am Knotenpunkt Frankfurt am Main könnten solche Lösungen die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl in Regionalbahnen, S-Bahnen und U-Bahnen deutlich verbessern, erklärte der Minister. „Heute ist es oft sehr leicht, ohne Fahrschein einen Zug zu betreten. Und genau da müssen wir ansetzen. Wenn der Zugang zu den Gleisen besser geschützt ist, stärken wir zugleich Sicherheit und Fairness im System.“
Mansoori betonte, dass die Prüfung baulicher Maßnahmen in ein umfassendes Sicherheitskonzept eingebettet sein müsse. „Mehr Präsenz von Sicherheitspersonal, kluge Videoüberwachung und gute Schulungen bleiben wichtig. Aber wir sollten den Mut haben, auch strukturelle Antworten zu diskutieren. Wer Bahnhöfe und Züge als sichere Orte erhalten will, darf sich schwierigen Fragen nicht verschließen“, so Mansoori.