73 neue Überwachungskameras in Wiesbaden in Betrieb genommen

Straftäter abschrecken, Straftaten aufklären und den Bürgern mehr Sicherheit geben: Zu diesen Zwecken wurden am Mittwoch 73 Überwachungskameras in Wiesbaden in Betrieb genommen.

73 neue Überwachungskameras in Wiesbaden in Betrieb genommen

73 Überwachungskameras an 18 Standorten sind am Mittwochmorgen in Wiesbaden in Betrieb genommen worden. Aufgestellt wurden sie an verschiedenen Kriminalitätsschwerpunkten der Stadt.

So überwachen die hochauflösenden Kameras den Platz der Deutschen Einheit, den Hauptbahnhof samt Unterführung und die Wege zum Schlachthof durch den Kulturpark. Die Kosten für Lieferung und Montage betragen 1,8 Millionen Euro. Weitere 350.000 Euro wurden für die Tiefbau- und Verkabelungsarbeiten fällig.

Alleine muss die Stadt Wiesbaden diesen Betrag aber nicht stemmen, das Land Hessen beteiligt sich mit Fördermitteln in Höhe von 1,2 Millionen Euro an dem Projekt. Innenminister Peter Beuth (CDU) erhofft sich von den Überwachungsanlagen „die Landeshauptstadt Wiesbaden noch sicherer zu machen.“ Eigentlich hätten die Anlagen bereits im März in Betrieb gehen sollen. „Doch Corona hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erklärt Wiesbadens Bürgermeister und Ordnungsdezernent Oliver Franz (CDU).

„Die Kameras schrecken Straftäter ab, erhöhen die Reaktionsfähigkeit der Polizei, erleichtern das Aufklären von Kriminalität und stärken das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung“, so Beuth bei der Inbetriebnahme in Wiesbaden. Gerade letzteres erhofft sich auch Polizeipräsident Stefan Müller. „In unserer Bürgerbefragung unter jungen Wiesbadenern wurde bestätigt, dass es am Platz der Deutschen Einheit und rund um den Hauptbahnhof ein hohes Unsicherheitsgefühl und keine hohe Aufenthaltsqualität gibt“, sagt er. Darum hofft er, dass die Kameras nun ein Baustein von vielen sein können, damit sich die Wiesbadener in ihrer Stadt sicherer fühlen.

„Die Aufklärungsquote unserer Polizei ist auf einem historischen Höchststand, gleichzeitig gehen die Straftaten zurück“, so Beuth. „Das alleine vermittelt den Bürgern jedoch kein Sicherheitsgefühl.“ Dazu gehöre es auch, ein Umfeld zu schaffen, in dem man nicht nur faktisch sicher ist, sondern sich eben auch so fühlt.

Zwar gab es am Hauptbahnhof und dem Platz der Deutschen Einheit bereits im Vorfeld Überwachungskameras. Diese seien aber so veraltet gewesen, dass sie sich in der Praxis nicht mehr nutzen ließen. Die neuen Kameras erfassen einen 40.000 Quadratmeter großen Bereich. Dank sogenannten Panomera Multifocal-Sensorsystemen können auch weit entfernte Ereignisse hochauflösend herangezoomed werden. Die Kameras verfügen außerdem über verschiedene Sensoren für unterschiedliche Entfernungen mit der jeweils passenden Brennweite und Lichtempfindlichkeit.

Bürgermeister Franz betonte bei der Inbetriebnahme, dass die Anlage den Bestimmungen des Datenschutzes folgen werde. „Dazu standen wir im engen Austausch mit dem Hessischen Datenschutzbeauftragten. Eine Löschung der Daten erfolgt nach 14 Tagen“, so Franz. Außerdem weisen Hinweisschilder auf die Überwachung hin. Eingesehen werden können die Aufnahmen nur von der Landes- und Stadtpolizei. Dies erfolgt in der Leitstelle der Stadtpolizei, im 1. Revier, dem Polizeipräsidium Westhessen und in der Brita-Arena. (pk)

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